
...Warum ?
Du hast in meine Augen gesehen, da war es schon um dich
geschehen. Du hast mich mit nach Hause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.
Du hast mich mit Stolz spazieren geführt, die Bewunderung
der Passanten gespürt. Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.
Dann hab ich auf den Teppich gemacht, da hast du nicht
mehr so freudig gelacht. Dann musst du fort, ich weiß
nicht wohin, ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.
Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit, ich wollte
brav sein, doch bald gab es Streit, dann hab ich vor Frust
die Möbel zerkaut, das war dir zu viel,
und du wurdest laut.
Du hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe deinen Zorn gerochen. Du hast mich
verbannt aus deinem Haus, aus dem Zwinger kam
ich nur noch selten raus.
Du hast mir Futter und Wasser gegeben und gedacht,
das sei genug für mein Leben. Du hast ein neues Spielzeug
gefunden, hattest die Nase voll von uns Hunden.
Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh, ich
dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr sauber gemacht,
mir nur noch einen Fressnapf gebracht.
Dann hab' ich gewusst, bald ist es vorbei, denn
niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.
Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück. So viel
Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.
Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.
Warum liebtest du mich?
Hast mich niemals begriffen.
Hast auf meine Gefühle gepfiffen.
DEIN HERZ ist KALT, wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug -
...bist du arm.
Heute bin ich gestorben
Heute bin ich gestorben. Ihr habt genug von
mir gehabt. Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht.
Es war überfüllt.
Wahrscheinlich bin ich wohl unter einem
unglücklichen Stern geboren.
Nun liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein und auch
schmutzig war, hat die Frau, die mich über
die Brücke zum Regenbogen geschickt hat,
abgenommen. Die kaum benutzte Leine, die
ihr hier gelassen habt, wird wohl ein anderer
Welpe bekommen.
Hätte es sein können, das ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre, wenn
ich den Schuh nicht zerkaut hätte?
Ich wusste doch nur, das es Leder war,
es lag vor mir auf den Boden.
Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen,
Hundespielzeug zu kaufen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre,
wenn ich stubenrein gewesen wäre?
Meine Nase in das, was ich gemacht hatte,
zu tunken, verstand ich nicht.
Es machte mir ein schlechtes Gewissen,
das ich mich überhaupt lösen musste.
Es gibt doch Bücher und Ausbilder, die Euch
erklärt hätten, wie man Welpen etwas beibringt.
Hätte es sein können, dass ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre,
wenn ich keine Flöhe in die Wohnung geschleppt hätte?
Aber ohne Anti - Floh – Behandlung konnte
ich sie nicht loswerden, auch wenn ihr
mich für Tage draußen gelassen habt.
Hätte es sein können, dass ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre, wenn ich nicht
gebellt hätte? Ich habe nur gesagt:
“ Ich habe Angst und ich bin einsam, ich bin hier !
Ich möchte Euer bester Freund sein“.
Hätte es sein können, dass ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre, wenn ich Euch
erfreut hätte? Aber wenn Ihr mich schlagt,
wie kann ich Euch da erfreuen?
Hätte es sein können, dass ich immer noch
bei Euch zu Hause wäre, wenn Ihr mich
gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?
Nach der ersten Woche habt Ihr
keine Zeit mehr für mich gefunden,
aber ich habe all die Zeit damit verbracht,
auf eure Liebe zu warten.
Heute bin ich gestorben.
Der treue Hund
Wenn alle Dich meiden und hassen,
ob mit oder ohne Grund
wird einer Dich niemals verlassen
und das ist Dein treuer Hund.
Und würdest Du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand,
er würde es geduldig ertragen
und leckt gar Dir noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für Dich immer parat!
Er beweist Dir täglich aufs Neue
wie unsagbar gern er Dich hat.
Nennst Du einen Hund Dein eigen,
wirst Du nie verlassen sein,
und solltest von Einsamkeit schweigen,
denn Du bist doch niemals allein.
Wird einst der Tod Dir erscheinen,
und schlägt Dir die letzte Stund,
wird einer bestimmt um Dich weinen
und das ist Dein treuer Hund.
Drum schäme Dich nicht deiner Tränen
wenn einmal Dein Hund von Dir geht!
Nur er ist, das will ich erwähnen,
ein Wesen, das stets zu Dir steht!!!
Am Morgen
Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.
Du nahmst meine Leine, wie war ich glücklich!
Noch ein kleiner Spaziergang vor den Ferien, wie schön!
Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Strassenrand angehalten.
Die Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen.
Ich lief und lief bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen
hatte,
um ihn Dir zurückzubringen. Als ich zurückkam,
warst Du nicht mehr da!
In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen,
um Dich zu finden aber vergebens.
Ich lief Tag für Tag, um Dich zu finden und wurde immer schwächer.
Ich hatte grosse Angst und grossen Hunger.
Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.
Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.
Aber Du bist nicht gekommen.
Dann wurde der Käfig geöffnet.
Nein Du warst es nicht.
Es war der Mann, der mich gefunden hatte.
Er brachte mich in einen Raum es roch nach Tod!
Meine Stunde war gekommen.
Geliebter Mensch, ich will, dass Du weisst,
dass ich mich trotz des Leidens,
das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere
und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte
ich würde auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb.
Dein Hund.
Liebes Herrchen, tröste Dich,
ich weiß, wie sehr Du liebtest mich,
und auch mein Herz schlug nur für Dich,
ich nie von Deiner Seite wich.
Verband uns traute Zweisamkeit,
und liebten wir es, rauszugeh'n,
des Abends die Geruhsamkeit,
ließ manche Sorge schnell vergeh'n.
Kann ich Dich nun nicht mehr begleiten,
so wird mein Geist Dich doch geleiten,
meine Nase kennt jede Wiese,
jeden Windzug, welcher blies.
Wirst an allbekannten Stellen
auch erinnert sein ans Bellen,
wenn Du andere Hunde siehst
und vor Deinen Tränen fliehst.
Doch so soll Dich trösten eins:
Du warst mein Licht des Sonnenscheins,
gabst Futter mir und auch ein Dach,
dafür ich hielt Dir treu die Wacht.
Nie verlor'n geht diese Liebe,
unerfüllt sie doch erst bliebe,
wenn einander nicht gedacht,
Erinnerung nicht in uns wacht.
Drum gedenke meiner immer,
sonst der Schmerz wird sein noch schlimmer.
Schliess' mich in Dein Herz fest ein,
dann werd ich ewig bei Dir sein.
Sind die Tränen reich geflossen,
denk auch an meine Artgenossen.
Mancher sitzt gar wie in Trance
im Zwinger, hoffend auf die Chance,
welch Du bereit wärst, ihm zu geben
und erneut zu zweit zu leben.
Reich erfüllt von Stolz und Mut
tät nun ein neues Tier Dir gut.
Verlassen
Mein Aug ist trüb, mein Herz ist schwer
und ich vermiß mein Frauchen sehr.
Noch gestern ging sie mit mir aus,
dann aber ganz allein Nachhaus.
Ich wollt ja nach ihr rennen,
nur hab ich es nicht können!
Da ist der Gurt an meinem Bein,
soll das ein neues Spielchen sein?
Am Baum hat sie mich festgemacht
– was hat sie sich dabei gedacht?
weiß sie nicht, wie ich leide?
Wir sind doch Freunde, wir beide!
Wie froh sind wir umhergetollt,
und ich hab sie zurückgeholt,
die Stöckchen – sicher, leicht und schnell,
sie kraulte lobend mir das Fell.
Mein Bellen und ihr Lachen –
Das konnte glücklich machen!
Und wenn sie einmal traurig war,
ich strich ihr tröstend über´s Haar
und hatte stets ein off´nes Ohr,
wärmte ihre Seele, wenn sie fror.
Meint ihr, ich habe keine,
weil ich nicht lache oder weine?
Nun frier ich selbst, trotz dickem Fell,
ach hört denn niemand mein Gebell?
Und auch mein Magen knurrt so sehr,
wenn bloß der dumme Gurt nicht wär.
Ich spür, wie mir die Kraft entschwindet,
ich sterbe, wenn mich keiner findet!
O Frauchen, bitte sag mir an,
was hab ich Böses Dir getan
dass du mir auferlegst dies Joch
Ich aber lieb dich immer noch
auch wenn ich mich zu Tode quäle –
mit meiner ganzen Hundeseele!



