Informationen mit verschiedenen Themen über den Hund

Physiologische Daten des Hundes
Folgende Angaben beziehen sich auf einen erwachsenen Hund mittlerer Grösse und Alters.
Hunde atmen in Ruhe etwa 15 mal pro Minute wobei sie sich bei entsprechenden Gerüchen auf über 36 Atemzügen steigern können. Die Körpertemperatur beträgt zwischen 37,5 und 39 Grad, bei Welpen 39,5 Grad.
Der Herzschlag liegt je nach Rassengrösse zwischen 80 und 120 Schlägen in der Minute. Mit 7 Monaten ist der Hund geschlechtsreif und ab etwa 18 Monaten Zuchtreif. Hündinnen werden alle 6 Monate für 15 bis 20 Tage läufig. Trächtigkeitsdauer zwischen 55 und 75 Tage. (Je grösser der Wurf, um so kürzer die Tragezeit) Stilldauer ca. 6 Wochen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Haushunden liegt bei 11 Jahren (Pudel durchschnittlich 14 Jahre, Bernhardiner durchschnittlich 4 Jahre) Mischlingshunde haben in der Regel eine um 20% höhere Lebenserwartung. Die sogenannte Beisshemmung ist bei Welpen übrigens nicht angeboren, sondern muss erlernt werden, indem der Hundehalter bei allzu starkem Zubeissen sofort seine Hand wegzieht und mit lauter Stimme ein Wort für Schmerzen und Unbehagen ausstösst, z.B. Au oder Aua. Damit das Tier begreift, dass es etwas falsch gemacht hat, wird das Spiel auch sofort abgebrochen und der Welpe für kurze Zeit ignoriert. Wichtig ist, dass Sie diese Übung noch vor dem Zahnwechsel durchführen, da es ansonsten beim späteren Spielen zu erheblichen Verletzungen kommen kann. Aufgrund der im Aufbau befindlichen Knochen und Muskeln darf der Welpe frühestens mit 9 Monaten hohe Sprünge ausführen oder neben dem Fahrrad herlaufen.
Lebensweise und Lebensrhythmus
Wenn wir Menschen einen 24 Stunden Rhythmus haben, so sind es beim Hund nur 7 Stunden, denn er hat einen schnelleren Stoffwechsel, eine höhere Organtätigkeit und intensivere Körperfunktionen. Wir drängen dem Tier ohne es zu wollen, unseren Tagesrhythmus auf. Da der Hund auch tagsüber ruht bzw. schläft, der Mensch aber nicht, wird verständlich, dass viele Tiere nachtaktiv werden und uns dabei den wohlverdienten Schlaf rauben. Richten Sie statt dessen einen flexiblen Zeitplan ein und kommen Sie den Bedürfnissen Ihres Hundes soweit es möglich ist nach. Damit der Hund sein kleines und grosses Geschäft erledigen kann, sollte er 2 bis 4 mal täglich ausgeführt werden. Welpen dementsprechend öfter.
Programm zur Altersvergleichsberechnung von Hunde- in Menschenjahre
Die Entwicklung des Hundes (Kurzüberblick)
01. bis 02. Woche Geburtsphase
02. bis 03. Woche Übergangsphase
04. bis 07. Woche Prägephase
08. bis 12. Woche Angstphase
12. bis 20. Woche Ordnungsphase
04. bis 06. Monat Kauphase
05. bis 09. Monat Rudelphase
06. bis 18. Monat Pubertätsphase
= Neulinge sind blind und taub
= Augen öffnen und erstmals hören
= Bewegen, Charakterprägung, Gewöhnung
= Verteidigung, Überreaktionen, Sozialisierung
= Rangordnung, Gruppenverhalten
= Schuhe werden zerkaut
= Rudelordnungskämpfe
= Konsequentes Training, Sexuell aktiv
ab dem 9. Monat gilt der Hund als Erwachsen...
Wussten Sie eigentlich schon...
Warum Hunde bellen ?
Grundsätzlich ist das Bellen weder negativ noch positiv, also weder aggressiv noch freundlich. Es dient lediglich dazu, Aufmerksamkeit zu erregen. In der Familie oder im Rudel bedeutet dies für die Mitglieder: “Aufgepasst”, etwas ist nicht in Ordnung. Reagiert der Mensch nicht auf diese Signale, die Ihm der Hund versucht mitzuteilen, kommt es nicht selten vor, dass manche Hunde zu Dauerbellern werden. Dabei würde es genügen, das Tier nach dem “Anschlagen” kurz zu bestätigen, damit hätte der Hund seine Pflicht getan und hätte folglich auch keinen Grund mehr weiter zu bellen.
Warum Hunde heulen ?
Hier unterscheiden wir das sog. Rudelheulen, bei dem der Hund versucht sein Rudel zu versammeln und das sog. Trennungsheulen, bei dem ein Hund nach längerer Trennung von seinem Rudel, versucht dieses zu formieren bzw. festzustellen ob es sich in der Nähe befindet. Mitunter kommt es vor, dass Hunde auch heulen, wenn sie vom Duft einer läufigen Hündin angezogen werden, aber nicht aus dem Zwinger/Wohnung können. Hier handelt es sich dann vermutlich um ein durch Triebstau ausgelöstes Heulen.
Warum Hunde mit dem Schwanz wedeln ?
Grundsätzlich handelt es sich hier um eine breite Palette von Signalgebung. Immer aber bedeutet das Schwanzwedeln eine Konfliktsituation, d.h. Konflikte ergeben sich täglich aus vielen Situationen z.B. die Entscheidung zwischen Angst und Futter oder beim Begrüssen von Frauchen/Herrchen. Grundlage hierfür ist das grosse Abhängisgkeitsverhältnis des Hundes vom Menschen in Hinsicht auf Futter, Unterkunft, Zuneigung und Triebbefriedigung. Das Tier ist ständig hin- und hergerissen zwischen der Befriedigung seiner Triebe (z.B. Futter) und der Spannung bzw. Erwartungshaltung dies auch zu bekommen. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Tatsache, dass dominante bzw. aggressive Hunde weniger mit dem Schwanz wedeln, als nicht dominante Tiere.
Warum Hunde hecheln ?
Es dient einerseits dazu, um Aufmerksamkeit zu erregen und andererseits zur Kühlung. Da der Hund lediglich über seine Pfoten Schweiss absondern kann und nicht wie der Mensch über die gesamte Hautoberfläche, muss der Hund seinen Körper über die Zunge, also über das Hecheln abkühlen. Es ist für den Hund wichtiger im Winter nicht zu frieren, als im Sommer zu schwitzen. Es dient also der Regulierung der Körpertemperatur.
Warum scharrt der Hund nach dem Kotabsondern ?
Dies hat zwei Gründe. Zum einen befinden sich wie bereits erwähnt an den Pfoten Schweissdrüsen. Durch das Scharren wird also die persönliche Duftmarke über eine breite Fläche verteilt. Des weiteren befinden sich in den Analdrüsen noch zusätzlich Duftstoffe, die der Hund gemeinsam mit dem Kot absondert und durch das Scharren weit verteilt. Es handelt sich also um das Markieren von Territorium und um eine Signalwirkung für andere Hunde, ähnlich dem Beschnüffeln der Afterregion.
Warum der Hund den Schwanz einklemmt ?
Dies ist einfach zu beantworten, nämlich immer dann, wenn er entweder Angst hat oder einem dominanterem Artgenossen begegnet. Wie bereits weiter oben erwähnt, werden Rang, Stellung, Position bzw. Dominanz eines Hundes von anderen Hunden an der Afterregion durch das Beschnüffeln abgelesen und bewertet. Das Einziehen des Schwanzes dient also dazu, die Geruchsentwicklung als Zeichen der Unterwerfung möglichst gering zu halten. Das rangniedere Tier verhindert also durch das Einziehen des Schwanzes, dass aus dem Analbereich Duftsignale ausgesandt werden.
Warum vergräbt der Hund Knochen ?
Grundsätzlich ist dies immer ein Überangebot an Nahrung. Weiterhin vermutet man, dass dieses Verhalten ein Übrigbleibsel aus der frühen Canidenzeit ist und unter anderem bei grosser Beute, die nicht an Ort und Stelle verspeist werden konnte, dazu diente, das restlich Fleisch vor Maden und anderen Aasfressern zu schützen. Ein Abwandlung davon ist auch das Verhalten, welches manche Hunde zeigen, wenn sie ihre Futterschüssel mit den Pfoten hin- und herscharren. Dies zeigt dem Besitzer, dass hier zuviel Futter verabreicht wird.
Wie oft soll der Hund fressen ?
Grundsätzlich spricht nichts gegen eine einmal täglich verabreichte Mahlzeit. Viele Hundeexperten sind der Meinung zweimal und öfter wären hinsichtlich der Anpassung an den Menschen besser. Ich jedoch bin der Meinung, dass das einmalige Füttern pro Tag mehr Übersicht bietet und zudem das Tier vor Magendrehung schützt, denn ein herumtollen nach der Nahrungsaufnahme kann genau dazu führen. Im Normalfall bekommt der Hund also abends sein Futter und kann dies über die Nacht verdauen. Das Füttern Morgens oder Mittags hat zudem den Nachteil, dass der Futtertrieb z.B. beim Training nicht oder nur mässig genutzt werden kann. Ein Fastentag, wie manchmal empfohlen wird, ist übrigens nicht sinnvoll, warum auch?
Warum fressen Hunde Gras ?
Immer geht das Grasfressen einher mit einer Magenproblematik, sei es dass Nahrung nicht verdaut werden kann oder einfach unbekömmlich ist oder aber es fehlt zusätzlich an wichtigen Mineralstoffen und/oder Vitaminen (z.B. Folsäure) in der Nahrung des Tieres. Gerücht ist, dass Hunde Gras fressen um danach erbrechen zu können. Vielmehr enthält Gras diverse Bitterstoffe, welche die Magensäureproduktion anregen.
Informationen hierzu auch hier...
Warum sich Hunde in Dreck wälzen ?
Es gibt mehrere Meinungen hierzu. Zum einen vermutet man, dass Hunde, die sich z.B. in Kadavern wälzen, damit den Eigengeruch soweit überdecken wollen um nun gut getarnt an eine vermeintliche Beute heranzukommen. Eine weitere Theorie besagt, dass Hunde auf diese Art ihren Artgenossen eine Botschaft überbringen. Die Rudelmitglieder erkennen den Fremdgeruch und wissen somit, dass es sich um mögliche Nahrung handelt. In jedem Fall weckt der Hund damit den Jagdtrieb seiner Artgenossen.
Warum der Welpe Schuhe zerkaut ?
Meist handelt es sich hier um die Zeit zwischen vier und sechs Monate, in der unser Junghund zahnt (Durchbruch der Zähne) und deshalb geeignete (harte) Kauutensilien benötigt. Weiterhin beginnt sich der Jagdtrieb bemerkbar zu machen, wonach ohnehin vieles mit den Zähnen untersucht bzw. angekaut wird.
Die 9 wichtigsten Hundebefehle
Der Schwierigkeitsgrad zum Erlernen eines Befehls für den Hund wird in drei Stufen unterteilt und jeweils am Ende des Textes wie folgt angegeben:
(1)der Befehl ist für jeden Hund leicht und schnell erlernbar
(2)der Befehl erfordert Geduld und muss längere Zeit trainiert werden
(3)der Befehl benötigt viel Geduld, intensives Training und hohen Zeitaufwand
Befehle müssen befolgt werden und Kommandos dürfen vom Hund befolgt werden. Hieraus ergibt sich der Stellenwert, so dass ein Kommando niemals mit Zwang oder Druck durchgesetzt werden darf.
HZ = Hörzeichen / SZ = Sicht- oder Handzeichen / KH = Körperhaltung nach Wiesmeth
Wichtige Befehle (Unterordnung), was Ihr Hund unbedingt können sollte...
Nein, Komm, Sitz, Platz, Hier, Fuss, Stop, Aus, OK
NEIN
HZ:Nein
SZ:Kopfschütteln; beim Hund bedrängen
KH:Drohend, leicht vorne übergebeugt, körperliche Anspannung
Das NEIN ist ein absolutes Verbot, das immer besteht. Es darf also heute nichts mit NEIN verboten werden, was morgen wieder erlaubt ist. Wenden Sie dieses Wort nicht leichtfertig an. Prägen Sie dies auch bitte Ihren Familienmitgliedern ein. NEIN ist ein seltener Befehl und deswegen auch um so effektiver, wenn er angewendet wird. NEIN ist ein einmaliger und strenger Befehl auf die aktuelle Situation. Dulden Sie hier in keinem Fall Ungehorsam. Der einmal gegebene Befehl muss unbedingt befolgt bzw. ausgeführt werden. Um diesem Befehl Nachdruck zu verleihen ist das Erschrecken gerechtfertigt. (2)
KOMM
HZ:Komm
SZ:Auf Oberschenkel klopfen und / oder Pfeifen
KH:In der Hocke, Arme weit geöffnet, freundliches Lächeln
KOMM sollte immer ein Wort der Freude für Ihren Hund sein, denn Ihr Vierbeiner soll ja zu Ihnen kommen. Wenn Sie schimpfen und gleichzeitig das Kommando KOMM verwenden, wundern Sie sich bitte nicht über ein Fehlverhalten Ihres Tieres. Vergessen Sie nachher das Loben nicht, wenn der Hund zu Ihnen kommt! Motivieren Sie Ihren Hund, falls er ungern oder zu langsam auf Sie zukommt, indem Sie sich in die Hocke begeben, die Arme öffnen und freudig KOMM rufen. Sie erreichen mit Motivation und Lob wesentlich mehr als mit Tadel und Bestrafung, seien Sie sich dessen immer bewusst. Vor allem bei schüchternen und ängstlichen Hunden können Sie mit Lob und Motivation ein gesundes und soziales Verhalten aufbauen, was der Beziehung Hund und Hundehalter entgegenkommt. Verwenden Sie nie die Kombination KOMM HIER (siehe dort), da beide Begriffe unterschiedliche Stellenwerte haben. (1)
SITZ
HZ:Sitz
SZ:Erhobener Zeigefinger (Fingerschnippen / klatschen)
KH:Aufrecht, einen Schritt auf den Hund zu (evtl. leicht vorgebeugt)
Zeigefinger erhoben heisst SITZ. Ganze Hand zu Boden bewegen heisst PLATZ. Das Fingerschnippen oder in die Hände klatschen dient dazu, die Aufmerksamkeit auf Sie zu lenken. Dieser Befehl sollte auch später immer wieder mal geübt werden. Der Hund muss auch in einiger Entfernung auf Zuruf von Ihnen Sitz machen können. Vergessen Sie das Loben nicht, wenn Ihr Hund Sitz macht! Am besten üben Sie Sitz und Platz gleich nacheinander indem Sie beim Befehl Platz mit der jeweiligen Handbewegung einen Schritt nach hinten gehen und danach beim Befehl Sitz und dem dazugehörigen Fingerzeichen einen Schritt auf Ihren Hund zugehen. Das Weg- bzw. Zugehen erleichtern dem Hund zu unterscheiden ob er Platz oder Sitz machen soll, da dies gerne immer wieder, gerade bei jungen Hunden verwechselt wird. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund immer zu Ihnen aufschaut und sich nicht mit Ihnen auf gleicher Höhe oder gar darüber befindet, denn das könnte leicht zu Rangordnungskämpfen verführen. Beim Fuss gehen, nutzen Sie nur anfangs den Befehl SITZ wenn Sie stehen bleiben, später muss der Hund von selbst neben Ihnen absitzen, wenn Sie z. B. vor der Strassenüberquerung anhalten. Beachten Sie bitte, dass Sie bei jeder Art von Strassenüberquerung stehen bleiben müssen, damit das Tier lernt, dass Strassen und Autos Gefahr bedeuten und er auch beim Vorauslaufen künftig selbstständig vor der Strasse anhält und auf Sie wartet. Soll der Hund sitzen bleiben wenn Sie weitergehen, müssen Sie zusätzlich den Befehl BLEIB (siehe dort) geben. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Hund, nachdem Sie den Befehl SITZ gegeben haben, aufsteht und Ihnen folgt wenn Sie losgehen. Der Befehl SITZ ist Bestandteil der Begleithundeprüfung ohne Sichtzeichen (1)
PLATZ
HZ:Platz
SZ:Flache Hand nach Unten bewegen
KH:Seitlich stehend, den ganzen Körper langsam zum Boden bewegen
PLATZ dient in erster Linie der Sicherheit Ihres Hundes, da somit auch aus weiterer Entfernung auf Zuruf Gefahren wie unerlaubte Strassenüberquerungen vermieden werden können. Auch ängstliche Fussgänger sehen hier sofort, dass Sie Ihren Hund unter Kontrolle haben. Vergessen Sie das ausgiebige Loben nicht. Am besten üben Sie Sitz und Platz gleich nacheinander indem Sie beim Befehl Platz mit der jeweiligen Handbewegung einen Schritt nach hinten gehen und danach beim Befehl Sitz und dem dazugehörigen Fingerzeichen einen Schritt auf Ihren Hund zugehen. Das Weg- bzw. Zugehen erleichtern dem Hund zu unterscheiden ob er Platz oder Sitz machen soll, da dies gerne immer wieder, gerade bei jungen Hunden verwechselt wird. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund immer zu Ihnen aufschaut und sich nicht mit Ihnen auf gleicher Höhe oder gar darüber befindet, denn das könnte leicht zu Rangordnungskämpfen verführen. Bitte wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Hund, nachdem Sie den Befehl PLATZ gegeben haben, aufsteht und Ihnen folgt, denn Sie haben vergessen den Befehl BLEIB (siehe dort) zu geben. Zunächst versuchen Sie Ihren Hund mittels Leckerli zu Boden zu bringen, indem Sie dies vor seiner Schnauze nach unten bewegen und gleichzeitig den Befehl PLATZ geben. Zeigen Sie Ihrem Hund sein Lieblingsspielzeug und verstecken Sie es hinter Ihrem Rücken, beugen Sie sich mit dem Oberkörper etwas nach vorne und warten Sie die Reaktion des Tieres ab. Da Ihr Hund weiss, das Sie durch diese Aktion etwas von ihm erwarten, wird er früher oder später sein Verhaltensrepertoire durchgehen (Bellen, Sitzen usw.) Sehr schnell wird er selbstständig in das PLATZ gehen, worauf Sie sofort das Spielzeug hervorholen und es ihm geben. Der Vorteil: Ihr Hund geht sehr schnell in das Platz, da er hochmotiviert ist. Auch beim PLATZ auf Entfernung wird der Hund bereitwillig und schnell agieren, da die Erwartungshaltung auf das Spielzeug sehr gross ist. Der Befehl PLATZ ist Bestandteil der Begleithundeprüfung ohne Sichtzeichen. (2)
HIER
HZ:Hier
SZ:Zeigefinger zeigt vor dem Hundeführer zu Boden
KH:Aufrecht, einen bzw. mehrere kleine Schritte zurück
Im konsequenten Ton muss HIER immer absolut sein, dulden Sie daher keine Umwege Ihres Hundes, wenn er sich auf Sie zu bewegt. Gegebenenfalls üben Sie dies mit einer langen Leine. HIER ist die Befehlsvariante von KOMM und dient der Unterordnung. Der Hund sitzt vor Ihnen ab. Im Anschluss daran folgt der Befehl: Fuss, worauf der Hund an Ihnen rechts vorbei an Ihrer linken Seite absitzt. HIER dient in erster Linie zum Abrufen des Hundes aus der Entfernung. Wenden Sie den Befehl HIER nicht beim Fuss gehen an. Kommt der Hund beim Abrufen zu langsam auf Sie zu, motivieren Sie ihn durch freudige Gesten. Sie können auch in die Hocke gehen, was ihn anspornt schneller zu laufen, da er hier glaubt, Sie haben sich von ihm entfernt. Zusätzliches Lob und Leckerlis machen die Übung perfekt. Grundsätzlich gilt: Kommt der Hund zu langsam, gehen Sie einen Schritt zurück. Kommt der Hund zu schnell, gehen Sie ihm einen Schritt entgegen. Hat sich ihr Hund bereits abgesetzt, korrigieren Sie ihn mittels nochmaligem Hör- und Handzeichens näher heran zu rücken. Achten Sie jedoch bei Korrekturen darauf, dass diese nicht zu oft vorkommen, der Hund könnte sonst meinen, es handle sich um ein zweites Abrufen. Um Verwechslungen im Sichtzeichen mit SITZ zu vermeiden, wird der Zeigefinger entgegen der üblichen Handbewegung nicht zur Brust des Hundeführers geführt sondern zeigt zu Boden. Am leichtesten lässt sich das HIER üben, indem Sie beim Trainieren das Spielzeug z.B. Ball zwischen Ihre Füsse hindurchwerfen. Schnell hat der Hund gelernt dem Spielzeug nachzuhetzen, nur eben jetzt geradlinig auf Sie zu und zwischen Ihren Füssen hindurch. Später schliessen Sie einfach die Beine und erwarten ihn mit einem Leckerli, was er aber nur bekommt, wenn er vorsitzt. Der Befehl HIER ist Bestandteil der Begleithundeprüfung ohne Sichtzeichen. (2)
Fuss
HZ:Fuß
SZ:Mit linker Hand seitlich an Oberschenkel klopfen
KH:Große Schritte, ausladende Armbewegung, leicht nach vorn gebeugt
Auch BEI Fuss, wobei der Befehl Fuss alleine vollkommen ausreichend ist. Dieser Befehl kann sich auf zwei Varianten beziehen. Zum einen an der Leine, am besten benutzen Sie hier die kurze Führleine und zum zweiten ohne Leine (Freifolge), was sicherlich einiges an Gehorsam verlangt. Je nach Alter, Rasse, Ausbildungsstand und Geschlecht haben Sie hier mehr oder minder Schwierigkeiten. Ist der Hund von klein auf an die Leine gewöhnt und folgt auch sonst auf die Grundbefehle wie Sitz und Platz, dürften Sie eigentlich keine grösseren Probleme haben das Tier auch in der Freifolge Fuss gehen zu lassen. Üben Sie zunächst das Fuss gehen mit der Leine. Ist Ihr Hund eher gelangweilt motivieren Sie ihn durch Leckerlis, die Sie in der linken Hand halten. Auch hier erreichen Sie Aufmerksamkeit. Nehmen Sie die Leine kurz und geben Sie dabei den Befehl Fuss wobei Sie sich gleichzeitig mit dem linken Fuss in Bewegung setzen. Grundsätzlich läuft Ihr Hund immer links von Ihnen. Kombinieren Sie den Befehl Fuss immer mit anderen Befehlen wie: SITZ oder STOP damit die Konzentration erhalten bleibt. Gewöhnen Sie Ihrem Hund an, dass er stehen bleibt bzw. absitzt, wann immer Sie stehen bleiben und sich erst in Bewegung setzt, wenn Sie dies tun. Verändern Sie in gewissen Abständen immer wieder Ihre Geschwindigkeit vom Normalen Schritt zum Laufschritt bis hin zu langsamen Schrittfolgen, worauf Ihr Hund seine Gangart entsprechend anpassen sollte. Bei der sogenannten Kehrtwendung, also das Wechseln in die entgegengesetzte Richtung, drehen Sie sich zum Hund entgegen des Uhrzeigersinns, wobei Sie die Leine hinter dem Rücken herumreichen. Wichtig ist hier, dass Sie keine Pause einlegen, sondern zügig wenden und weitergehen. Jede Verzögerung beim Fuss gehen bedeutet den Verlust der Aufmerksamkeit und Ihr Hund widmet sich interessanteren Dingen wie Schnüffeln, Kratzen oder einfach Hinsetzen. Beim Gehen ohne Leine achten Sie insbesondere auf leichten Kontakt mit Ihrem Hund, der mit seiner Schulter etwa in Höhe Ihres linken Fusses sein sollte. Beobachten Sie Ihren Hund beim Fuss gehen immer aus dem Augenwinkel heraus um beim Abdriften sofort eingreifen zu können. Denken Sie daran, dass Ihr Hund vielleicht auch mal seine Notdurft verrichten muss, was er aber nicht beim Fuss gehen tun kann. Geben Sie dem Tier also die Möglichkeit frei zu laufen z.B. mit dem Kommando GEH SPIELEN. Vermeiden Sie bitte jegliche Befehle, wenn das Tier sich lösen muss. Hier sollten Sie nur dann eingreifen, wenn der Ort des Absetzens von Kot und Urin nicht angemessen ist. (siehe auch Klo gehen) Setzt sich der Hund bei manchen Übungen selbstständig hin und beginnt sich zu kratzen, deutet dies meist auf Überforderung hin. Üben Sie hier zunächst einfachere Befehle und Kommandos. Um bei der Freifolge ein seitliches abdriften zu vermeiden, verwenden Sie einen kleinen Trick, indem Sie den Hund zwischen sich und einer weiteren Person gehen lassen und ihn so in die Zwickmühle nehmen. Auch das plötzliche Stehen bleiben, wenn das Tier an der Leine zieht kann hilfreich sein, da er seine Aufmerksamkeit wieder auf uns richtet. Vorsicht beim Radfahren mit angeleintem Hund, auch kleine Hunde können durch einen plötzlichen Ruck zur Seite den Fahrer zum Sturz bringen. Halten Sie deshalb die Leine immer so, dass Sie diese jederzeit loslassen können. Bitte lassen Sie Ihren Hund niemals neben einem Auto herlaufen, um den mangelnden Auslauf auszugleichen, dies ist zum einen gefährlich und zum anderen eine höchst fragwürdige Trainingsmethode. Läuft Ihr Hund zwar an der Leine perfekt bei Fuss, jedoch ohne Leine nicht, haben Sie vermutlich zu früh abgeleint. Beginnen Sie von vorne. Ein weiterer Trick um insbesondere das Vorlaufen des Hundes beim Fuss gehen zu vermeiden ist ein frischer Zweig oder kleinerer Ast mit Blättern, den man in der linken Hand haltend vor dem Gesicht des Tieres positioniert, während man mit der rechten Hand die Leine so kurz führt, das ein seitliches Ausweichen nicht möglich ist. Auch grosse und starke Hunde lassen sich so zum richtigen Fuss gehen überzeugen. Der Befehl SITZ ist Bestandteil der Begleithundeprüfung ohne Sichtzeichen. (2)
STOP/HALT
HZ:Stop / HALT
SZ:Lautes klatschen oder lautes Pfeifen
KH:Schnell und mit grossen Bewegungen auf den Hund zugehen
STOP heisst für den Hund sofort und ohne Umwege zur linken Seite des Hundeführers mit anschliessendem absitzen. Ein absoluter Befehl, der höher steht als KOMM. Besonders bei flüchtenden Wild, dem der Hund nachhetzen will, ist dieser Befehl unerlässlich. STOP muss oft geübt werden und duldet keinerlei Ungehorsam. Während der Hund an Ihrer Seite läuft genügt SITZ oder HALT aber läuft das Tier ohne Leine in einigem Abstand vor oder hinter Ihnen, ist STOP der einzige Befehl, der die Aktion des Tieres unterbrechen kann und ihn zum Hundeführer zurückkommen lässt. Verwenden Sie keinesfalls KOMM, da dies ein freudiges Kommando ist, worauf Ihr Hund nicht immer absolut reagiert. Auch der Befehl HIER ist ungeeignet, da dieser Blickkontakt voraussetzt. Auf die Frage, warum sich das Tier beim Befehl STOP nicht sofort an Ort und Stelle setzen und hinlegen soll, ist einfach zu beantworten; Es dürfen niemals unterschiedliche Befehle für ein- und dieselbe Aktion verwendet werden, d.h. der Befehl STOP muss sich von den gewünschten Aktionen anderer Befehle wie z.B. SITZ soweit unterscheiden, dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Soll Ihr Hund also SITZ machen, dann geben Sie den Befehl SITZ und nicht STOP. Anfangs lässt sich der Befehl STOP gut üben, indem Sie beim Fuss gehen immer wieder anhalten, einen Schritt zurückgehen, das Tier in die Fussposition ziehen und dabei gleichzeitig STOP befehlen. Nach einiger Zeit verbindet der Hund den Befehl STOP mit anhalten, zurückkommen und absitzen an Ihrer linken Seite. Sie kombinieren mit einem Wort also 3 Befehle, die Sie sonst einzeln geben müssten, diese sind: Hier, Fuss und Sitz. (3)
AUS
HZ:Aus
SZ:Flache Hand nach oben halten
KH:Leicht nach vorn gebeugt, zweite Hand als Ablenkung hochbewegen
Der Befehl AUS dient sowohl als Befehl zum Loslassen von Gegenständen aus dem Fang, als auch bei eventuellen Raufereien, um diese sofort zu unterbinden. AUS wird in strengem Ton gegeben. Vergessen Sie bitte Begriffe wie: „Pfui“, das ist weder ein zutreffender Begriff noch spezifiziert er das, was wirklich wichtig ist, nämlich ein Objekt (z.B. Stock, Arm, Ball, Schmutz) loszulassen. Dies wird Ihnen spätestens dann bewusst, wenn Sie versuchen, zwei raufende Hunde mit „Pfui“ auseinander zu bringen. Hier haben sich übrigens zwei Methoden sehr bewährt: 1. Einen Eimer Wasser zwischen die Kontrahenten giessen und 2. falls kein Wasser vorhanden: Einen oder beide Hunde an der Hüfte zurückziehen. Und nicht vergessen... im Ernstfall kommt die Sicherheit des Menschen vor dem Schutz des Tieres. Lässt der Hund den Gegenstand nicht fallen bzw. gibt er Ihnen den Gegenstand nicht in die Hand, sollten Sie ihm einen Ersatz dafür anbieten z.B. Leckerli, Lieblingsspielzeug usw. Den Befehl AUS sollten Sie wirklich nur dann verwenden, wenn das Tier auch tatsächlich etwas im Fang hat, das losgelassen werden soll. Viele Hundehalter geben diesen Befehl bereits als Prophylaxe, was aber nicht ist, kann nicht befolgt werden. Verwenden Sie hier entsprechend zutreffendere Befehle. Da ich aber wie bereits erwähnt, kein Freund von unnötigem Druck bin, ist folgende Methode zum Üben von AUS wesentlich effektiver: Benutzen Sie zwei Spielzeuge z.B. 2 Bälle, die Sie Ihrem Hund wechselweise fangen lassen. Im Moment, indem das Tier den einen Ball im Fang hat, zeigen Sie ihm den zweiten und geben gleichzeitig den Befehl AUS. Lässt er den Ball fallen, werfen Sie ihm den zweiten zu und heben den ersten wieder auf....und so weiter. Nur zu gerne wird er auf den Befehl AUS jeden Gegenstand freiwillig auslassen, hat er doch gelernt, dass er danach sofort wieder ein Spielzeug bekommt. Auch hier bediene ich mich wieder der Erwartungshaltung. Der Erfolg ist global, denn mein Hund lässt auch auf weite Entfernung im Fang befindliche Gegenstände sofort aus und kommt danach auf direktem Wege zu mir um sich den zweiten abzuholen. Es besteht die Möglichkeit beim Zurückkommen den Befehl HIER mit einzuflechten. (2)
OK
HZ:OK
SZ:Kopfnicken
KH:Oberkörper in Richtung des Futters bewegen
Das Kommando OK oder auch ein Begriff Ihrer Wahl dient zur Freigabe des Futters. Erst auf Ihr Kommando hin, darf der Hund zum Futternapf. Einerseits vermeiden Sie hierbei unkontrolliertes Essen und zum anderen das Aufnehmen von Schmutz, Kadavern und anderen Dingen, die er draussen findet. Später soll das Tier nur von vertrauten und ausgewählten Personen Futter annehmen um zu vermeiden das er möglicherweise vergifteten Speisen erliegt, die ein potentieller Hundehasser anbietet. Füllen Sie die Futterschüssel des Hundes vor dessen Augen und stellen Sie diese an den Ort, wo er von da an immer sein Futter bekommt. Geben Sie den Befehl SITZ und warten Sie einige Augenblicke, anschliessend sagen Sie OK oder ähnliches worauf der Hund zur Futterschüssel darf um zu Essen. Nachdem Sie dies einige male erfolgreich praktiziert haben, können Sie auch unbesorgt Lebensmittel herumstehen lassen, Ihr Hund wird diese nicht anrühren, solange Sie dies nicht ausdrücklich genehmigt haben. Diese Übung können Sie mehrmals über den Tag verteilt exerzieren, indem Sie ein Leckerli vor ihm auf den Boden legen, welches er erst nach Ihrem OK verzehren darf. Beachten Sie bitte, dass dies nicht mit Trinkwasser geübt wird, denn dies muss für den Hund jederzeit bereitstehen und ohne Genehmigung aufgenommen werden können, da Sie als Mensch weder die Trinkmenge noch den Flüssigkeitsbedarf des Hundes (z.B. nach körperlichen Anstrengungen, Trockenfutter usw.) kennen. Ausnahmen sind hier selbstverständlich stark verschmutzte Wasserlöcher, aus denen das Tier nicht trinken sollte. Der Hund bekommt keine zuckerhaltigen Getränke wie Cola und auch keine alkoholischen Getränke oder Milch. Sauberes Leitungswasser genügt vollkommen. Gleichzeitig mit der Freigabe des Futters durch OK festigen Sie auch die Rangordnung. Als Rudelführer obliegt es Ihnen alleine, wann Sie das Futter für die übrigen Rudelmitglieder, also Ihrem Hund freigeben.(1)
Das Testament einer Katze
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben,
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.
Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.
(Margaret Trowton)



