Angst beim erwachsenen Hund

Auch in der Tiermedizin gilt Angst anerkanntermaßen als Krankheit. Den Hund versetzt sie in einen Zustand ständiger Benommenheit, die jede normale Reaktion unmöglich macht.

Ungewohntes Verhalten: Die Krankheit entwickelt sich in mehreren Stufen und geht mit unterschiedlichen, manchmal völlig gegensätzlichen Symptomen einher. So erkennt man einen ängstlichen Hund z. B. an seiner beschleunigten Atmung. Ein anderer speichelt vielleicht ungewohnt viel, verliert zudem die Kontrolle über seinen Schließmuskel und läßt Kot und Urin einfach unter sich gehen. Manchmal erstarrt auch der Patient zu absoluter Reglosigkeit, er wirkt wie versteinert, niedergeschlagen und erschöpft.

Panikartig oder periodisch: Paroxysmale Ängste treten anfallsartig, plötzlich und unvermittelt auf. Ihre Anzeichen sind nicht zu übersehen: Der Hund schnappt nach Luft, seine Atmung beschleunigt sich enorm, er zittert am ganzen Körper, manchmal stürzt er sogar und liegt ausgestreckt am Boden ... So schnell wie der Anfall gekommen ist, ist er auch wieder vorüber. Nehmen Sie Ihren Hund anschließend möglichst sofort in den Arm. Damit er auf lange Sicht von seinen Ängsten geheilt wird, bleibt jedoch nur die Behandlung mit Psychopharmaka. Eine weitere Form der Krankheit sind die intermittierenden Ängste, die periodisch auftreten. Sie fallen weniger auf und werden oft erst bemerkt, wenn der Hund aus unerfindlichen Gründen ständig erbricht.

Beißen oder Isolierung: In einem Fall zieht sich der ängstliche Hund völlig zurück und reagiert auf jegliche Annäherungsversuche ungewohnt aggressiv. Auch ansonsten friedfertige Vierbeiner beißen, sie wollen niemanden an sich heranlassen. Im anderen Fall versucht der Hund ebenfalls, sich seiner Umgebung zu entziehen, kapselt sich ab und verweigert jeglichen Kontakt. Er interessiert sich für nichts und niemanden mehr und liegt nur noch apathisch in seinem Korb. Auffallende Symptome sind exzessive Körperpflege, manchmal aber auch Selbstverstümmlung.

Behandlungsmethoden: Vor allem Hunde, die ausgesetzt werden, oder solche, die den Besitzer wechseln, neigen zu übertriebener Ängstlichkeit. Sie haben ihre Bezugsperson verloren oder irren orientierungslos umher. Während die Hunde noch voll damit ausgelastet sind, sich an die fremde Umgebung zu gewöhnen, sollen sie gleichzeitig auch schon gehorchen - und oft noch auf einen neuen Namen hören! Welch ein Streß! Der Tierarzt kann sie mit Medikamenten beruhigen, aber sie brauchen dazu noch ein spezielles Training, um ihre Ängste abzubauen. Oft arbeitet man viel mit Belohung (Lob, Streicheln, Leckereien), einer Methode, die sich nicht nur bei der Erziehung, sondern auch in diesem Fall als erfolgreich erwiesen hat. Meist empfiehlt ein Therapeut, den Hund systematisch zu desensibilisieren, indem man ihn immer wieder mit dem Angst auslösenden Reiz konfrontiert. Ein solcher Reiz kann z. B. Autolärm sein, den man dem Tier so oft präsentiert, bis es wieder normal darauf reagiert. Der Halter eines angstkranken Hundes braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Angstzustände beim Welpen

Angstzustände äußern sich im allgemeinen durch asoziales Verhalten. Wenn Sie nicht sofort etwas unternehmen, kann sich seine Angst leicht zur richtigen Depression auswachsen! Wahrscheinlich bekam Ihr kleiner Freund in den allerersten Wochen seines Lebens nicht genug Zuwendung und Anregung von seinen Menschen und konnte daher die für seine Entwicklung wichtigen Erfahrung nicht sammeln.

Verlustangst: Die achte Lebenswoche stellt eine besonders kritische Phase in der Verhaltensentwicklung des Welpen dar. Der Mensch, den er bisher als Freund angesehen hat, flößt ihm plötzlich Angst ein. Begegnet ihm dieser Mensch dann mit Unverständnis, weil er von Tierpsychologie keine Ahnung hat, wird der Hund ein anormales Verhalten entwickeln. Sein Defizit an Zuneigung und Zärtlichkeit zeigt sich in notorischem Ungehorsam. Dazu kommt, daß er beim kleinsten Geräusch zusammenfährt und auf der Straße oft völlig in Panik gerät. Auch plötzliches Urinieren, Erbrechen und Zittern am ganzen Körper sind äußere Anzeichen seiner Verlustangst. Als weiteres Symptom gilt das unaufhörliche Lecken bestimmter Körperstellen, das irgendwann zur einzigen Beschäftigung des Welpen wird. Seiner Umwelt begegnet er ausschließlich aggressiv.

Trennungsangst: Manche Hunde fühlen sich bereits einsam, sobald Herrchen und Frauchen die Tür hinter sich zugemacht haben. Bei ihnen ist in der Erziehung einiges falsch gelaufen, denn bereits als Welpe muß der Hund ganz allmählich lernen, auch mal allein zu sein. Lassen Sie ihn anfangs nur wenige Minuten allein, und dehnen Sie die Zeitspanne immer weiter aus. Tröstendes Streicheln beim Abschied sollten Sie ebenso unterlassen wie überschwengliche Begrüßungsszenen. Wenn Sie gehen, schalten Sie das Radio leise ein und lassen Sie in paar Kleidungstücke herumliegen, an denen Ihr Geruch haftet. Bestrafen Sie den Hund nicht, wenn er während Ihrer Abwesenheit etwas anstellt. Trennungsängste äußern sich durch unablässiges Bellen, Kratzen an der Tür, Urinieren, Koten, wilde Zerstörungswut und - wenn die Möglichkeit besteht - durch Ausreißen.

Zu viel Liebe - oder zu wenig: Übertriebene Anhänglichkeit resultiert ebenfalls aus Trennungsangst. Ein Welpe, der wie ein Kleinkind behandelt, behütet und verhätschelt wird, verliert die Fähigkeit, mit seiner Umwelt zu kommunizieren und eigene Kontakte zu knüpfen. Zeigt im umgekehrten Fall ein Halter überhaupt kein Interesse an seinem Hund und behandelt ihn wie Luft, ist auch dies für den Welpen eine Katastrophe: Er wird depressiv, frißt nicht mehr und gehrt früher oder später jämmerlich zugrunde.

Das Verhältnis zur Mutter: Zwischen seinem 16. und 21. Lebenstag entwickeln sich beim jungen Hund Sinneswahrnehmung, Bewegungsfähigkeit und die wichtige Erkenntnis, daß die große Hündin dort neben ihm seine Mutter ist! Er weiß noch nicht, daß sie sich irgendwann ganz bewußt von ihm trennen wird. Dann beißt die Mutter ihre Nachkommen, teilt das Futter nicht mehr mit ihnen und weist sie knurrend von sich. Was uns Menschen ausgesprochen "unmütterlich" erschein, ist für die Entwicklung der Kleinen jedoch eine ganz wichtige Voraussetzung, die ihnen hilft, das richtige Sozialverhalten zu lernen. Hat der Welpe jedoch niemals eine gute Mutter-Kind-Beziehung erlebt und auch vom Menschen immer nur Unverständnis erfahren, wird er völlig verängstigt auf diese heftige Zurückwesung reagieren. Sein Herzschlag beschleunigt sich, ebenso die Atmung, möglicherweise verliert er das Bewußtsein... Helfen kann hier zunächst ein Tierarzt: Er verschreibt Medikamente, ordnet jedoch begleitend eine Verhaltenstherapie an, deren Erfolg zu einem großen Teil auch vom Einsatz des Halters abhängt.

Baden des Hundes

Baden und Shampoonieren - ist das wirklich nötig?Hunde betrachten die Waschprozedur meist als Strafe und sehen patschnaß wirklich unglücklich aus. Trotzdem ist ein Bad häufig unvermeidbar. Sollte ein Hund gebadet werden? Das hängt in erster Linie von seiner Rasse und seiner Lebensgewohnheit ab. Ein Briard, der in seiner natürlichen Umgebung inmitten von Schafen bei Wind und Wetter aufwächst, benötigt keine Dusche: die Verfilzung seines Fells und der Talg schützen ihn gegen die Unbilden der Witterung. Lebt der gleiche Hund jedoch in der Stadt, muß man ihn auf jeden Fall waschen, da sich in seinem Fell Staub, Schmutz und Ungeziefer ansammeln.

Schutz für Augen und Ohren: Schützen Sie den empfindlichen Gehörgang des Hundes mit Watte oder Ohropax. Waschen Sie den Kopf separat, und achten sie darauf, daß kein Schaum in die Augen gerät, um Augenentzündungen zu vermeiden.

Waschen und Trocknen: Reiben Sie den Hunde mit einem dermatologisch getesteten Shampoo ein, und spülen Sie das Fell mit 35 ºC warmen Wasser gründlich aus. Der Duschkopf muß immer sehr nah an den Körper gehalten werden. Das Bad sollte niemals länger als 10 Minuten dauern. Bevor Sie dem Hund erlauben, aus der Wanne zu springen, empfiehlt es sich, den Duschvorhang zuzuziehen, damit er sich ungehindert schütteln kann. Frottieren Sie ihn dann mit einem Handtuch trocken, indem Sie kräftig mit dem Strich reiben, damit sich das Fell nicht verknotet. Wenn Ihr Tier lange Haare hat, können Sie ihn lauwarm fönen. Halten Sie aber den Apparat weit genug vom Körper weg, um Verbrennungen zu vermeiden.

Nicht zu häufig baden: Baden Sie Ihren Hund nicht zu oft. Sein Fell ist von einem Fettfilm überzogen, der es schützt, ernährt und es glänzen läßt. Bei bestimmten Rassen hat dieser Schutzfilm einen extrem starken Geruch. Aber auch wenn Ihr Tier nicht nach "Rosenblüten" duftet, sollten Sie häufiges Waschen vermeiden. Das Shampoo greift die Epidermis des Hundes an, und das kann zur Schuppenbildung und Allergien führen. Dagegen ist regelmäßiges Bürsten sehr empfehlenswert. Es entfernt die losen Haare und Ihr Tier genießt dessen massierende Wirkung.

Meine Vorschläge:

Das Ausreissen

Wenn Junghunde oder Jungwölfe die Geschlechtsreife erreichen, werden sie von den Elterntieren immer mehr von der Gruppe weggedrängt. Meistens sind es junge Rüden, die aus dem heimischen Revier ausziehen müssen. Das Jungtier lebt dann noch einige Zeit am Rande der Familie, sucht sich aber nach kurzer Zeit ein eigenes Rudel in einem anderen Revier. Dort beginnt er dann, für eine günstigere Stellung in der Hierarchie zu kämpfen. Wenn ein Welpe in die menschliche Familie kommt, wiederholt sich dieses Schema: Der Hund hat das Gefühl, "am Rande zu stehen" - und das bewegt ihn schließlich dazu, sich davonzumachen. Vielleicht wurde er einfach noch nicht genügend ins häusliche Leben eingebunden, manchmal kann es aber auch sein, daß er sich durch die Geburt eines Kindes auf einen zweitrangigen Platz verwiesen fühlt. Manche Hunde haben allerdings - unabhängig von der Eingliederung in die Familie - einfach Lust zu jagen oder Lust auf ein Liebesabenteuer.

Ein heranwachsender Rüde, dem eine läufige Hündin über den Weg läuft, macht sich unter Umständen aus dem Staub, selbst wenn er sich bei Ihnen pudelwohl fühlt. Aber auch Hündinnen können aufgrund ihres Geschlechtstriebes das Weite suchen; doch das kommt sehr viel seltener vor.

Bei einem ersten Ausflug entfernt sich ein Hund normalerweise noch nicht sehr weit. Doch bei den nächsten Unternehmungen wird er kühner, die Touren werden immer länger. Manche Hunde sind sogar mehrere Tage unterwegs. Am schlimmsten trifft es in diesem Fall die Daheimgebliebenen: Während Sie Angst um ihn haben und nach ihm suchen, macht Ihr Hund sich eine schöne Zeit. Und plötzlich kratzt er an der Tür ...

 

Sie sind endlos glücklich, da ist er endlich, total verdreckt, mit hängendem Kopf, ein Bein nachziehend und auch sonst recht mitgenommen, aber wenigstens lebend! Sie sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch ihn zu bestraffen und ihn in die Arme zu nehmen. Das wichtigste ist jetzt: Den Hund auf jeden Fall in die Arme nehmen und sich überschäumend freuen, daß er nach so langer Zeit endlich zu Hause ist. Sie sollten ihn auf gar keinen Fall schlagen oder sonst irgendwie bestrafen. Er wird Ihre Bestrafung nicht verstehen. Im schlimmsten Fall wird er die Bestrafung mit seiner Rückkehr in Verbindung bringen. Und wenn er das nächste Mal ausreißt, dauert es noch länger bis er zurückkommt. Denn er denkt sich, daß er sowieso bestraft wird, wenn er wiederkommt, also läßt er sich damit viel Zeit.

Das Haar - Spiegel der Seele

Hunde haben eine dünnere Haut als wir Menschen, sind dafür jedoch mit einem wärmenden Ganz-Körper-Haarkleid ausgestattet. Der Pelz unserer vierbeinigen Freunde variiert, je nach Rasse, von raspelkurzem Glatthaar über Rastazöpfe bis hin zur üppigen Lockenmähne und schützt nicht nur optimal vor Wind, Regen und Kälte, sondern auch vor den Klauen und Zähnen besonders "dickfälliger" Artgenossen.

Haufen von Haarbüscheln auf dem Wohnzimmerteppich sind nicht gleich ein Grund zur Panik, sollten jedoch auch nicht einfach achtlos im Staubsauger verschwinden! Vielleicht steht gerade mal wieder Haarwechsel auf dem Programm? Wenn nicht, könnte eine ernsthafte Krankheit dahinterstecken. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, der Sache auf den Grund zu gehen ...

Eigentümliche Komposition: Die über den ganzen Körper verteilten Fellhaare wachsen beim Hund nicht etwa einzeln, sondern meist büschelweise aus den Haarbalgtrichtern hervor. Die obere Schicht, das Deckhaar, ist normalerweise relativ grob und hat vor allem schützende Funktion. Die am Körper anliegende Unterwolle, auch Flaum oder Wollhaar genannt, wärmt und ist kürzer und feiner als das Deckhaar. Man unterscheidet hartes Haar vom weichem, glattes vom gelocktem, welliges von krausem und so weiter...

Der Haarwechsel: Für Hunde, die draußen leben, ist zweimal jährlich Haarwechsel angesagt. Der Körper reagiert auf den Wechsel der Jahreszeiten, läßt neues Fell von innen nachwachsen und stößt das alte ab. Je nach Rasse kann sich der Haarwechsel über vier bis sechs Wochen hinziehen, durch kräftiges Bürsten beschleunigen Sie diesen Prozeß. Im Frühling, wenn die Tage länger werden, wächst dem Hund sein Sommerfell, bestehend aus kürzerem, weniger dichtem Haar. Im Herbst dagegen bemerkt der Körper sehr schnell, daß die dunkle, kalte Jahreszeit vor der Tür steht: Nun braucht Ihr Hund sein Winterfell - dickes, dichtes und längeres Haar. Welch Wunder der Natur! Wir Menschen müssen uns für teures Geld Daunenjacken kaufen ...

Vom Leben und sterben des Haars: Das Leben eines Haars vollzieht sich in drei Phasen: In der ersten Phase beginnt unter dem alten Haar ein neues Haar zu wachsen. Dieses schiebt seinen Vorgänger immer weiter nach draußen, bis dieser ausfällt, und nimmt dann selbst dessen Position ein. Für den Hund bedeutet das: Haarwechsel. In der zweiten Phase bildet sich der Haarbalg (oder Haarfollikel) langsam wieder zurück. Während der dritten Phase passiert gar nichts: Das Haar ist ausgewachsen, und es drängt noch kein Nachfolger von unten nach. Natürlich befinden sich nicht sämtliche Haare des Hundes zur selben Zeit in der gleichen Lebensphase.

Haarausfall aufgrund innerer Ursachen: Alopezia bedeutet Kahlheit aufgrund eines vermehrten Haarausfalles. Alopezia areata oder kreisrunder Haarausfall ist auch aus der Humanmedizin bekannt, die kahle Stelle ist meist klein und kreisförmig. Ursachen dieser Erscheinung sind möglicherweise eine schlecht vertragene Spritze, das Alter des Hundes oder sein generell schlechter Gesundheitszustand. IN den meisten Fällen deutet Alopezia allerdings auf starke Hormonstörungen hin, denn eine Unterfunktion der Schilddrüse kann sogar dazu führen, daß ein Hund am gesamten Körper zunehmend kahl wird. Auch das Cushing-Syndrom, eine übermäßige Produktion von Kortikoiden, zählt Haarausfall zu seinen Symptomen: Der zunächst münzgroße haarlose Fleck vergrößert sich allmählich, daneben treten neue kahle Stellen auf, die irgendwann zusammenfließen und größere kahle Flächen bilden. Sind dagegen die Sexualhormone aus dem Gleichgewicht geraten, so wächst das Fell an der rückwärtigen Seite der Hinterschenkel nicht nach.

Haarausfall aufgrund äußerer Ursachen: Verliert der Hund ungewöhnlich viel Fell oder sieht sein Pelz stumpf und angegriffen aus, so sind meistens Parasiten am Werk. Einige Pilze führen zu typischen runden, haarlosen Stellen auf der Haut. Weitere Unglücksboten sind Läuse und Zecken, die sich auf der Haut festsetzen und einen derart starken Juckreiz hervorrufen, daß Ihr Hund sich manchmal blutig kratzt. Das Haar geht dabei kaputt und fällt in unregelmäßigen Büscheln an den verschiedensten Stellen aus.

Der Einzug ins neue Zuhause

Wenn Sie mit Ihrem neuen Familienmitglied Zuhause angekommen sind, lassen Sie dem Hund Zeit, sich ganz in Ruhe sein neues Zuhause anzuschauen. Öffnen Sie alle Türen, damit er die ganze Wohnung kennenlernt. Einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:

Nach der Eingewöhnungszeit - bei jedem Hund ist diese immer verschieden lang - legt der Hund die Unarten wie Unsauberkeit oder Futterverweigerung ab und fügt sich in das familiäre Leben seiner neuen Familie ein. Wenn er weiß, daß er von der ganzen Familie geliebt und respektiert wird, dann wird er schneller zu einem treuen und zuverlässigen Begleiter von Herrchen und Frauchen. Sollten Sie Fragen oder trotz aller Vorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen doch Probleme haben, wenden Sie sich bitte unbedingt an die Tierheimmitarbeiter, die Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Der Geruchssinn des Hundes

Der Geruchssinn ist für den Hund von entscheidender Bedeutung. Sein ganzes Leben lang findet er sich dank seiner feinen Nase zurecht. Wenn der Hund seinen feinen Geruchssinn verliert, dann ist das für ihn mit Sicherheit die schlimmste nur denkbare Behinderung.

Der Mensch macht sich die feine Nase des Hundes in den verschiedensten Bereichen zunutze. In Situationen, wo die Technik versagt, kann ein Hund mit seinem Geruchssinn Wertvolles leisten. Bei seinen Einsätzen unterstützt er den Menschen mit großem Eifer und mit Professionalität!

Ein äußerst präzises Instrument: Die Geruchsorgane von Hunden sind ein kleines Naturwunder. Das Siebbein oder Riechbein bildet in der Nasenhöhle eine Spirale, und die Nasenschleimhaut, die diese Spirale auskleidet, hat entsprechend viele Windhunde. Je nach Länge der Hundeschnauze erreicht diese Schleimhaut eine Ausdehnung von 85 bis 200 cm2. Sie trägt auch ein Flimmerepithel, das aus 120 bis 220 Millionen Flimmerhaaren, ganz besonders leistungsfähigen Sensoren, besteht. Zum Vergleich: Der Mensch verfügt lediglich über 3 cm2 Nasenschleimhaut, und die Anzahl seiner Geruchszellen begrenzt sich auf etwa 5 Millionen. Das Riechvermögen ist also bei Hunden insgesamt besonders stark ausgebildet, wobei manche Rassen eine noch feinere Nase haben als andere.

Eine Welt aus Gerüchen: Der Mensch lebt in einer Welt aus Bildern; die Welt des Hundes ist dagegen von unzähligen Gerüchen bestimmt. Durch die Geruchsinformationen, die er aufnimmt, baut er seine Beziehung zur Umwelt auf. Auf diese Weise findet er z. B. schon gleich nach der Geburt die Zitzen seiner Mutter. Anhand des Geruchs kann er auch Eßbares von für ihn giftigen Stoffen unterscheiden und in Urinmarkierungen nimmt er den Geruch einer läufigen Hündin wahr.

Der Hund als Helfer des Menschen: Der Mensch hat sich die geruchliche Wahrnehmungsfähigkeit des Hundes für seine Bedürfnisse zunutze gemacht und durch Zuchtauswahl bei bestimmten Rassen noch weiter spezialisiert. Ein Hund ist in der Lage, einen einzelnen Geruch aus allen Gerüchen, die ihn umgeben, herauszufiltern und diesem bestimmten Geruch dann zu folgen ... wie einer Wildfährte! Er wird bei der Drogenfahndung eingesetzt, desgleichen bei der Jagd auf Wild, bei der Suche nach Trüffeln, Sprengstoffen und defekten Gasleitungen sowie bei der Minenräumung. Rettungshunde leisten beim Katastrophenschutz wertvolle Dienste, denn der Geruchssinn eines Hundes reicht bis zu 8 m unter eine geschlossene Schneedecke und bis zu 3,5 m unter die Erde. Die amerikanische Armee versucht gegenwärtig, eine elektronische Nase zu konzipieren, die ähnlich funktioniert wie die des Hundes und den Vierbeiner schließlich ersetzen soll!

Nase im Wind oder am Boden? Der Hund richtet seine Nase immer so aus, daß er ein Maximum an Geruchssignalen aufnehmen kann. Je näher er seinem Ziel kommt, desto feiner und intensiver wird auch seine Geruchswahrnehmung. Abhängig davon, welche Art von Spur ein Hund verfolgen soll, und wozu er ausgebildet ist, wird er seine Nase eher am Boden oder in der Luft haben. Der St.-Hubertus-Hund, ein Stöberhund, hält z.B. seine Nase am Boden, wenn er im Einsatz ist. Der Bretonische Vorstehhund läuft dagegen mit der Nase im Wind, wenn er auf er Jagd ein Federvieh verfolgt. Oft stellen sich die Hunde gegen den Wind, um die Gerüche optimal aufnehmen zu können, aber auch, um ihre eigene Piste nicht zu verraten!

Der Hund in der Stadt

Leider gibt es immer wieder Menschen, die den Hund als einen Störenfried und Schmutzverursacher ansehen. Besonders schwierig ist das Hundeleben in der Stadt, wo es kaum extra Grünanlagen für Hunde gibt und schon gar nicht Stellen, wo sich ein Hund ungestraft entleeren darf. Außerdem provozieren oder verschlimmern Abgase Krankheiten wie Asthma, chronische Bronchitis und Ekzeme. Das Ergebnis: Ihr Tier bleibt den ganzen Ta in seinen eigenen vier Wänden und auf dem Balkon, und beim unvermeidbaren "Gassi-gehen" wirft man ihm auch noch Stadtverschmutzung und, wenn er bellt, Lärmbelästigung vor. Daher sollten Sie Ihren Hund sofort an gewisse städtische Regeln, um ein gutes Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen. Einschränkungen erträgt er leichter, wenn Sie so oft wie möglich mit ihm zum Austoben ins Grüne fahren. Führen Sie Ihren Hund an der Leine, doch auch so muß er absolut gehorsam sein und Kommandos wie "Sitz" oder "Bleib" befolgen. Kleinere Hunde können Sie in einem Korb transportieren. Aber in keinem Fall darf Ihr Hund Passanten anbellen oder gar anknurren.

Achten Sie darauf, daß der Hund seine Geschäfte nie auf dem Bürgersteig, auf öffentlichen Grünflächen und Parkanlagen oder gar auf Kinderspielplätzen verrichtet. Vielerorts sind Sie verpflichtet, das "Geschäft" Ihres Hundes zu entfernen. Die Utensilien dafür finden Sie in jedem besseren Hundezubehörgeschäft. In manchen Städten gibt es aber auch spezielle Hundeplätze, die Sie möglichst nutzen sollten.

Bissige Hunde - die es eigentlich gar nicht geben sollte - müssen immer einen Maulkorb tragen. Generell sollten Sie das Tier auch nie frei laufen lassen. Verursacht Ihr Hund einen Unfall, werden Sie als Besitzer zur Rechenschaft gezogen. Die Verantwortung für alles, was der Hund tut, liegt bei Ihnen. Bemühen Sie sich also um eine gute Erziehung; das ist für alle Beteiligten angenehmer und für Sie als Besitzer unter Umständen auch billiger!

Als Stadthunde eignen sich der Yorkshire Terrier, Chihuahua, Dackel, Pekinese, Beagle, Colley, West Highland White Terrier, Cocker Spaniel, Pudel, Foxterrier...

Weniger geeignete Hunde sind Leonberger, Neufundländer, Bernhardiner, Briard, Bobtail und fast alle große und kräftige Hunde.

Der Rückruf

Wenn Ihr Hund mit dem Rückruf etwas anfangen kann, so können Sie ihn unterwegs vor mancher Gefahr bewahren. Er wühlt in Mülltonnen, interessiert sich allzu sehr für einen aggressiven Artgenossen oder eine ganz und gar friedliche Kuhherde? Kein Problem, wenn er gelernt hat, auf Sie zu hören.

Normalerweise lassen sich Hunde relativ leicht erziehen und ausbilden, da sie von Natur aus lernbegierig sind und immer bestrebt, Herrchen und Frauchen zu gefallen. Wichtig ist, daß Ihr Vierbeiner die Übungsstunden als Vergnügen empfindet, nicht als lästige Pflicht. Der Hund muß begreifen, daß er Ihnen gehorchen darf und nicht muß.

Legen Sie während der Übungen hin und wieder eine Verschnaufpause ein, und beherzigen Sie unbedingt die folgende Regel: Weigert sich der Hund zurückzukommen, so gehen Sie möglichst schnell in die entgegengesetzte Richtung ohne den Hund auch nur anzuschauen oder gar zu rufen. Der Hund wird schnell lernen, daß, wenn er den Anschluß nicht verlieren will, Sie immer im Auge behalten muß. Dann wird er auch ohne Rufen schnell zu Ihnen zurückkommen.

Wenn Sie Ihren Welpen das Zurückkommen beibringen wollen, müssen Sie erst sein Vertrauen gewinnen. Ohne dieses wird er es zwar lernen, aber nur weil er einen Befehl bekommen hat, den er ausführen muß. Wenn Sie aber das Vertrauen des Welpen gewonnen haben, wird diese Übung ein reinster Spaziergang, denn der Hund wird immer gern zu Ihnen zurückkehren, denn er liebt Sie und vertraut Ihnen. Bestrafen Sie Ihren Hund niemals. Er wird es nicht verstehen. Besser ist es, Sie ignorieren sein "Ungehorsam" und überhäufen Sie ihn mit Lob, wenn er die Übung richtig gemacht hat.

 

Bringen Sie Ihrem Hund aber nicht bei, gegen einen Leckerbissen zu gehorchen. Er wird sich schnell daran gewöhnen und die Befehle nur gegen etwas Essbares auszuführen. Streicheleinheiten kommen beim Hund genauso gut an. Und davon wird er nicht dick.

Der sechste Sinn

Wenn ein Hund sein Herrchen oder Frauchen wiederfinden soll, kann er dabei auf visuelle, akustische und geruchliche Signale reagieren: Nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum", wählt er dabei zwischen bekannten und unbekannten Orten, Geräuschen und Gerüchen aus und tastet sich so zu seinem Ziel vor. Wenn die Entfernung zum Herrchen oder Frauchen aber größer ist, hilft ihm einzig und allein sein Geruchssinn.

Um von einem Dorf in ein weit entferntes anderes zu kommen, überquert er die Felder in kurvenreicher Strecke, die dem Menschen völlig unlogisch erscheint. Tatsächlich aber, folgt der Hund nur einer Spur- einem möglicherweise 50 bis 100 Jahre alten Pfad, der die Orte einst miteinander verband. Von dieser Strecke gehen noch Gerüche aus, die dem Menschen entgehen, der feinen Hundenase aber nicht verborgen bleiben.

Ein Deutscher Schäferhund schlief in eine Scheune zu Füßen seines Herrchens, plötzlich sprang er wimmernd auf, zog weinen Besitzer an der Hose und veranlaßte ihn so zum Aufstehen. Einige Sekunden später stürzte ein schwerer Balken auf die Stelle hinab, an der Herr und Hund wenige Augenblicke zuvor noch gelegen hatten. Handelt es sich hierbei um die Fähigkeit zur "Vorahnung", oder hat das Tier "Erkannt", daß der Balken einstürzen wird? Auch Erdbeben wurden von Hunden durch Zittern und Heulen frühzeitig angezeigt. Möglicherweise spüren sie Veränderungen im Magnetfeld, oder sie können die feinen Vibrationen wahrnehmen, bevor sie ein Seismograph aufzeichnet.

Dies ist eine beinahe unglaubliche Geschichte eines Chow-Chow namens Yang: Seine Familie lebte im Osten Frankreichs. Die Tochter Thérèse studierte in Paris, kam aber jeden Freitag nach Hause. Yang begleitete Herrchen und Frauchen immer zum Bahnhof, wenn sie Thérèse abholten oder wegbrachten. Eines Tages rief die Tochter zu Hause an und teilte ihren Eltern mit, daß sie am Wochenende nicht heimkommen würde. Dem Hund schien das nicht gepaßt zu haben und so lief er zum Bahnhof, fand den richtigen Bahnsteig und sprang in den Zug nach Paris. An der ersten Haltestelle versuchten Feuerwehrleute, ihn in ihre Gewalt zu bringen. Yang aber, der offenbar festentschlossen war, Thérèse in Paris zu besuchen, entfloh den Männern. Nach einer verrückten Verfolgungsjagd durch alle Abteile wurde er schließlich doch eingefangen. Armer Chow-Chow. Er mußte noch eine lange Woche auf das Wiedersehen warten. Dieses außergewöhnliche Abenteuer läßt sich durchaus erklären. Nachdem der Hund Thérèse mehrere Male hatte ein- und aussteigen sehen, konnte er den richtigen Zug problemlos ausfindig machen.

Auch wenn zahlreiche Phänomene erklärbar sind, bleiben einige doch geheimnisvoll. Wie kann ein Hund oder ein anderer Vierbeiner eine Hunderte von Kilometern lange Strecke zurücklegen, die ihm keinerlei bekannte Anhaltspunkte bietet, zielsicher zurücklegen? Man kennt die Heldentag von "Baron", dem Pudel des Schriftstellers Victor Hugo. Einer seiner Freunde hatte den Hund (als Geschenk) mit nach Moskau genommen. Zwei Monate später war das Erstauen des Schriftstellers groß, als er ein Kratzen an seiner Pariser Wohnungstür hörte - der treue Baron hatte ganz Europa durchquert und sein Herrchen wiedergefunden. Dabei ist der Hund mit dem Zug nach Moskau gefahren und hatte keinerlei Gelegenheit, sich die Strecke durch Gerüche zu merken. Seinen ganzen Rückweg legte er aber zu Fuß zurück.

Um das Jahr 1920 machte ein russischer Psychologe mit Hilfe eines Dresseurs seltsame Experimente: Er legte eine Papierkugel unter einen Tisch. Man brachte einen Foxterrier dazu, die Kugel zu holen, ohne dafür einen mündlichen Befehl zu erhalten. Nur durch Gedanken geleitet gehorchte der Hund. Nun, das Tier hat aber in Wirklichkeit einige dem Menschen unbewußte Signale wahrgenommen, eine Veränderung in der Körperhaltung, in der Blickrichtung ... Ein anderes Experiment: Ein amerikanischer Psychologe richtete zwei Räume ein, die soweit von einander entfernt lagen, daß keinerlei Kommunikation möglich war. Eine Boxerhündin und ihr Welpe waren darauf konditioniert, sich hinzulegen, sobald eine zusammengerollte Zeitung vor ihren Augen hin und her bewegt wurde. Man trennte die beiden und brachte sie in je einen der beiden Räume. Als sich der Welpe auf das Zeitungszeichen hin auf den Boden legte, tat seine Mutter im anderen Zimmer das gleiche. Telepathie?

Auch wenn Hunde im Zusammenhang mit dem Tod erstaunliche Verhaltensweisen an den Tag legen - schon manche haben sich kurz nach dem Ableben ihres Besitzers unter ein Auto geworfen - sollte man jedoch nicht anfangen, an Geister zu glauben. Denn Hunde sind äußerst sensible Lebewesen, die eine enge und tiefe Verbindung zu ihrem Menschen eingehen und genauso trauern können, wie Menschen. Wie viele Hunde verweigern lange Zeit ihr Futter oder werden zu anderen Menschen unzugänglich und lassen sich nicht mehr streicheln. Andere wiederum ist nach dem Tod ihres Herrchens oder Frauchen alles egal und sie verkümmern jämmerlich in ihrem Körbchen bei einer Pflegefamilie oder sogar in einem Tierheim.

Die Einsamkeit

Fast alle Hunde müssen mindestens den halben Tag allein zu Hause verbringen. Für den Hund stellt die Trennung vom Menschen jedes Mal wieder eine sehr schwierige Angelegenheit dar.

Der Ausdruck "Trennungssyndrom" wurde in Amerika geprägt und bezeichnet die Auswirkungen der Einsamkeit auf Hunde. Warum aber taucht nun dieses Problem häufiger in den USA als in anderen Ländern auf? Der Grund liegt darin, daß in den Vereinigten Staaten Hunde an vielen öffentlichen Orten verboten sind und die Tiere öfter zu Hause bleiben müssen als in Europa. So stehen die meisten amerikanischen Hundebesitzer dem Streßfaktor des Alleinseins hilflos gegenüber.

Das Verhalten der Hundebesitzer beim Verlaßen des Hauses ist entscheidend: Man sollte dem Hund kein Mitleid zeigen und keine rührseligen Worte an ihn richten - er würde sie ohnehin nicht verstehen. Aber er erkennt jedes unbehagliche Gefühl von Herrchen oder Frauchen an einer veränderten Verhaltensweise und Mimik, an der Pupillenvergrößerung sowie an der seltsamen Haltung und komischen Stimme.. Benutzen Sie also keine alberne List und stehlen Sie sich nicht unbemerkt hinaus, verstecken Sie sich nicht, erledigen Sie auch den Spaziergang nicht auf die Schnelle. Alles Ungewöhnliche würde das Tier nur in unnötige Unruhe versetzen.

Sein tägliches Leben darf auf keinen Fall durcheinandergebracht werden. Richten Sie es so ein, daß Sie sich eine halbe Stunde vor dem Verlassen des Hauses nicht mehr zu sehr mit Ihrem Hund beschäftigen müssen. Gehen Sie dann direkt, ohne zu zögern aus der Wohnung. Schauen Sie ihn dabei entweder gar nicht an oder sagen Sie zu ihm mit fester Stimme: "Tschüß, bis später!" Gehen Sie bei der Rückkehr nicht zu sehr auf seine Freudentänze ein, und heucheln Sie Gleichgültigkeit, bis er sich beruhigt hat. Dann können Sie ihn streicheln. Manchmal kann es vorkommen, daß Sie in kleines "Malheur" oder ein zerrupftes Kissen vorfinden. Reagieren Sie jedoch nicht negativ darauf, sondern entfernen Sie alles möglichst diskret. Das Tier würde sonst nur die Bestrafung mit Ihrer Rückkehr und seinem Freudentanz verbinden und den wahren Grund für die Bestrafung nicht verstehen.

Die maximale Dauer, einen Hund allein zu lassen, ist ein ganzer Arbeitstag. Lassen Sie ihn nur in Ausnahmefällen über Nacht alleine, und verstecken Sie sich nicht fälschlicherweise hinter dem Vorwand, ein Hund besitze ohnehin kein Zeitempfinden. Lassen Sie ihn auch niemals als Wachposten zurück, wenn Sie in Urlaub fahren, denn nur die Besuche der Nachbarn zum Füttern werden ihm kein ausreichender Trost in seiner Einsamkeit sein. Wenn Sie nicht wissen, wohin mit Ihrem Hund in der Urlaubszeit, dann schaffen Sie sich erst gar nicht einen Hund an!

Wie können Tiere die Zeit wahrnehmen, ohne ein Meßinstrument zu besitzen? Bei höheren Säugetieren dient im allgemeinen der Wechsel zwischen Tag und Nacht als Orientierungspunkt, aber es ist durchaus möglich, daß dies für Hunde nicht unbedingt von Bedeutung ist. Sie spüren jedoch die lange Abwesenheit ihres Frauchens oder Herrchens und unterscheiden zwischen zwei Minuten, zwei Tagen ... . Aber man weiß immer noch nicht, auf welche Weise ein Hund die verstrichene Zeit wahrnimmt.

Flohbiss

Wenn Flöhe beißen, kann das böse Folgen haben: Hautausschlag und Ekzembildung sollten Sie daher nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern unbedingt ihre Ursache klären. Der Speichel des Flohs enthält Substanzen, die mit bestimmten Bestandteilen der Haut eine Verbindung eingehen. Die Haut produziert sofort Antikörper gegen diese Fremdstoffe, und schon ist die allergische Reaktion in vollem Gange. In diesem Fall gehört der Hund in ärztliche Behandlung. Keine Angst: Eine Allergie ist eher die Ausnahme von der Regel! Viele Hunde merken nämlich kaum etwas von ihrem unliebsamen Besucher. Manche Vierbeiner sind eben empfindlicher als andere. Wenn ein Floh ins Haus kommt und Sie mehrere Hunde halten, bleibt zwar keiner von den lästigen Parasiten verschont, doch mit einer Allergie reagiert möglicherweise nur einer von ihnen. Vielleicht gehört er ja zu den besonders anfälligen Rassen wie Deutscher Schäferhund, Setter, Terrier oder Dalmatiner?

Flohsaison: Flöhen begegnet man vornehmlich von Frühlingsende bis Herbstanfang draußen in der freien Natur. Sollten sich die Tierchen jedoch entschließen, Winterquartier in Ihrer Wohnung zu beziehen, so werden Sie sie so schnell nicht wieder los. Flöhe halten nicht dauerhaft auf dem Hund, sondern leben zurückgezogen in den dunklen Ecken und Ritzen der Wohnung. Sie vermehren sich und warten auf günstige Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnisse, um wieder hervorzukommen und Hunde, Katzen oder Menschen anzuspringen. Für einen allergisch reagierenden Hund natürlich eine besonders problematische Situation, da er dann immer wieder an Hautreizungen leidet. Und ein einziger Floh reicht schon aus, um den ganzen Prozeß in Gang zu setzen! Allergische Reaktionen zeigen sich übrigens meist erst zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr, selten früher.

Die Symptome: Charakteristisch und eindeutig zu erkennen: Der Hund leidet unter Juckreiz an Bauch, Rücken und Gliedmaßen. Im Lenden-Rücken-Bereich wird eine dreiecksförmige Hautschädigung sichtbar, wobei man sich die Basis des Dreiecks in der Lendenpartie und die Spitze etwa in Rückenmitte vorstellen muß. Mit der Zeit dünnt das Fell fühlbar aus, das Haar bricht. Die Haut bekommt eine dunkle Pigmentierung, das betroffene Gewebe wird dick und hart und beginnt zu nässen. Es gibt auch eine besonders akute Form der Allergie, die sich innerhalb weniger Stunden entwickelt: Auf dem Hinterschenkel bildet sich ein nässender Fleck, der Hund leckt sich, wird wütend, weil der Juckreiz nicht nachläßt, beißt sich schließlich selbst und kann sich dabei arge Verletzungen zufügen. Im Winter bilden sich die Symptome manchmal zurück, um dann im kommenden Frühjahr um so heftiger wieder aufzutauchen...

Behandlung: Zunächst gilt es, den Parasiten den Garaus zu machen. Dazu müssen Sie sowohl Ihren Hund als auch seinen Schlafplatz und sonstige Liegestellen in der Wohnung sowie alle anderen Tiere Ihres Haushalts mit einem Spezialmittel behandeln. Der Floh hält sich nämlich nur selten im Pelz Ihres vierbeinigen Freundes auf: Er springt ihn an, und nach zwei oder drei blutigen Mahlzeiten verabschiedet er sich schon wieder. Im Teppichboden kann das kleine Monster jedoch bis zu einem Jahr überleben. Gegen die Allergie bekommt Ihr Hund vom Tierarzt entzündungshemmende Medikamente verschrieben. In der Tierarztpraxis wird man Ihnen auch genaue Ratschläge zur effektiven Bekämpfung gegen Flöhe geben, damit Ihr Hund definitiv von den Plagegeistern befreit wird.

Fressen von Exkrementen

Sie mögen es kaum glauben, aber Ihr Hund ist ganz versessen auf Exkremente von Pflanzenfressern, z. B. Pferdeäpfel. Aber keine Panik, das läßt sich leicht erklären: Die Ausscheidungen von Rindern, Pferden und anderen Pflanzenfressern sind besonders reich an Fasern sowie an nur teilweise verdauten, pflanzlichen Elementen - und die braucht der Hund! Warum sollte er sich diese wertvollen Energiespender also nicht einfach einverleiben? Auch wenn Sie jetzt ein wenig beruhigt sind, sollten Sie sich dennoch nicht zu sehr über das kostenlose Zusatzfutter freuen, denn besonders gesund ist Kotfressen auch wieder nicht! Es fördert nämlich die Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern. Überlegen Sie am besten zusammen mit dem Tierarzt, welche Nährstoffe Ihr Hund wohl noch zusätzlich braucht.

Ihr Hund gibt sich aber manchmal mit dem Pferdekot nicht zufrieden und frißt auch den Kot seiner Artgenossen. Zu diesem Aspekt liegen bisher nur wenige Untersuchungen vor. Man weiß aber zumindest, daß Welpen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden ihr gesamtes Umfeld vor allem oral, als mit der Schnauze erkunden. Es handelt sich dabei jedoch um eine vorübergehende, vollkommen normale Entwicklungsphase, die man nicht unterbinden sollte. Wahrscheinlich kann jedoch auch der erwachsene Hund den Exkrementen von Fleischfressern kaum widerstehen, denn deren proteinreiche Nahrung enthält auch nach der Verdauung noch verführerisch faul und nach Aas duftende Elemente. ein Festmahl - ob Sie es glauben oder nicht!

Dann wälzt sich der Hund in dem verbliebenen Rest vom Kot. Aber auch das ist nicht grundlos, denn sein Hals und die Rückseite der Ohren riechen jetzt nicht mehr nach ihm selbst. Ihr Hund möchte also seine wahre Identität verheimlichen und mögliche Verfolger in die Irre führen. In diesem Zusammenhang ist auch das Dominanzverhalten von Bedeutung, denn hier spielt der Geruch ebenfalls eine wichtige Rolle. Wälzt sich nämlich ein unterworfener Vierbeiner im Stuhlgang eines dominanten Artgenossen, so übernimmt er mit dessen Duft auch einen höheren Rang in der Hierarchie.

Frißt der Welpe seine eigenen Ausscheidungen, so ist das - wie bereits gesagt - eigentlich kein Grund zur Sorge. Macht er es sich allerdings zur Gewohnheit und hört auch mit zunehmendem Alter nicht damit auf, dann stimmt etwas nicht! Beim Welpen kann systematisches Kotfressen durch die Trennung von Mutter und Geschwistern sowie durch mangelnde Erziehung zur Sauberkeit bedingt sein. Er muß wissen, daß er seine Exkremente an gewissen Stellen ruhig liegen lassen darf. Die Trennung eines Hundes von Frauchen oder Herrchen sowie häufiges Alleinsein und ein Gefühl von Einsamkeit kann zur Produktion von Unmengen Kot und Urin führen, die er, wenn er nicht tierärztlich behandelt wird, mit der Zeit auch auffrißt.

Kotfressen wurde schon bei jeder Rasse beobachtet. Die Größe des Hundes spielt dabei genauso wenig eine Rolle wie seine Verwendung. Jagdhunde haben vielleicht andere Gründe für Ihr Verhalten als Begleithunde, doch am Ergebnis ändert das nichts. Dennoch sollte Sie das nicht entmutigen. Bringen Sie Ihren Hund zum Tierarzt, er wird die richtige Therapie vorschlagen. Beste Chancen auf Heilung verspricht eine ganzheitliche Behandlung von Körper und Seele. Auf keinen Fall wird Ihr Vierbeiner sein Leben lang Kot fressen - soviel ist sicher!!

Frisch oder Fertignahrung

Das Fertigfutter ist eine ausgewogene, kostengünstige und gebrauchsfertige Nahrung, die dem Alter des Hundes angepaßt ist und von Tierärzten und Ernährungswissenschaftlern befürwortet wird. Die Ernährung Ihres Hundes muß sehr ernst genommen werden, denn heute weiß man, daß ein gut ernährter Hund ein gesundes Tier mit einem ausgeglichenen Charakter ist.

Die Hausmannskost:Selbst zubereitete Mahlzeiten setzen die Kenntnis von den spezifischen Bedürfnissen der Haushunde voraus. Eine ausgewogene Mahlzeit besteht aus drei unterschiedlichen Elementen: 50 % in Stücke geschnittenes, mageres Fleisch - einmal pro Woche kann es durch gekochten Fisch, Innereien oder hart gekochte Eier ersetzt werden; 25 % weich gekochter, schalenloser Reis, Getreide oder Teigwaren; 25 % gekochtes Gemüse (Karotten, grüne Bohnen, Salat). Füttern Sie weder Kartoffeln noch Erbsen, denn die Tiere können dieses Gemüse schlecht verdauen. Fügen Sie außerdem einen Löffel Hefe und einen Löffel Pflanzenöl oder eine Portion eines Mineral-Vitamin-Präparates hinzu.

Wieviel sollte verfüttert werden?Man rechnet etwa 15 g Fleisch pro Kilogramm Körpergewicht. Die restlichen Bestandsteile des Futters proportionieren Sie gleichmäßig. Ein Hund mit einem Gewicht von 10 kg sollte täglich 150 g Fleisch, 75 g Reis und ebensoviel Gemüse zu sich nehmen. Man sollte aber wissen, daß Vertreter kleiner Rassen im Verhältnis zu Vertretern großer Rassen mehr fressen.

Fertigfutter:Mit Fertigfutter kann man einige besondere Lebensabschnitte des Hunde, etwa Welpenalter oder Trächtigkeit und die Zeit des Säugens, leichter meistern. Gegenüber Naßfutter sieht Trockenfutter weniger appetitlich aus und wird bisweilen von den Tieren abgelehnt, wenn sie nicht daran gewöhnt sind. Stellen sie niemals die Ernährung Ihres Tieres abrupt oder zu häufig um. Wenn Sie sie verändern wollen, müssen Sie behutsam vorgehen, damit sich der Verdauungstrakt Ihres Hundes daran gewöhnen kann.

Wußten Sie, ...

Grundregeln der Erziehung

Wollen Sie aus Ihrem Hund ein zivilisiertes Wesen machen, das sich führen und lenken läßt und mit dem Sie nicht den Ärger Ihrer Mitmenschen auf sich ziehen? Dann müssen Sie sich für das Einüben der grundlegenden Verhaltensmuster viel Zeit nehmen. Begehen Sie jedoch nicht den Fehler, mit den Gehorsamsübungen zu früh anzufangen. Gehen Sie immer Schritt für Schritt vor. Im Alter von drei Monaten muß der Welpe erst einmal stubenrein sein, an der Leine laufen und auf seinen Namen reagieren. Kann er das, können Sie beginnen. Überlegen Sie immer, was das einzelne Kommando bedeutet.

Erziehen Sie Ihren Hund von Anfang an dazu, auf Ihre Körpersprache und Ihre Worte zu hören. Und geben Sie jedes Kommando "doppelt" - über Gesten und Wörter. Das hat viele Vorteile: Wenn Sie z. B. einen Hund zum Sitzen bringen wollen, der außer Rufweite ist, kann er Ihre Körpersprache noch erkennen. Er wird auch, wenn es in unmittelbarer Umgebung sehr laut ist, auf Hand- oder Armzeichen folgen, und Sie müssen sich nicht die Seele aus dem Leib schreihen.

"Hier" oder "Komm her" "Hier" heißt, der Hund soll kommen, also signalisieren Sie ihm, daß Sie ihn freundlich empfangen werden. Gehen Sie nicht mit Ihrem Oberkörper nach vorne, dominieren Sie nicht durch eine steife Haltung, jagen Sie ihn nicht weg, indem Sie auf ihn zugehen. Öffnen Sie sich, gehen Sie notfalls rückwärts, bleiben Sie aufrecht. ihr gerufenes "Hier" wird in Zukunft bedeutend besser funktionieren, wenn Sie nicht stocksteif stehenbleiben, sondern den Hund mittels Körpersprache unterstützen und heranziehen. Besonders wenn er abgelenkt wird, etwa von anderen Hunden.

"Sitz!" Dieser Befehl ist äußerst wichtig für die Beherrschung des Hundes. Nichts ist unangenehmer als ein aufgedrehtes Tier, das Sie beim Nachhausekommen ständig anspringt oder das sich wie ein Verrückter aufführt, sobald es merkt, daß Sie die Leine für einen Spaziergang in die Hand nehmen oder sein Futter zubereiten. Sitzend zu warten ist für den Hund eine extrem wichtige Übung der Selbstkontrolle. Er muß lernen, seine Triebe zu beherrschen - bei einem übermütigen Hund eine schwierige , aber lösbare Aufgabe. Nutzen Sie bei Ihrem Welpen die Momente, in denen er sich von selbst setzt, und loben Sie ihn dann. Sie können auch direkt auf ihn einwirken: Drücken Sie ihm leicht in die Lenden, heben Sie seinen Kopf an, damit er sich nicht hinlegt, und wiederholen Sie sanft den Befehl "Sitz!". Sobald er wieder steht, sollten Sie die Übung wiederholen. Führt er sie tadellos aus, belohnen Sie ihn mit einer kleinen Leckerei. Setzt er sich nicht oder springt nach einer Sekunde gleich wieder auf, gibt es keine Belohnung, aber auch keine Strafe! Er wird schnell die Bedeutung des Wortes "Sitz" erfassen und es mit einer angenehmen Sache verbinden.

"Sitz" ist ein aufrechtes Kommando, also bücken Sie sich nicht hinunter zu Ihrem Hund. Er wird durch die Dominanz ins Platz gedrückt, oder aber er weicht aus. Nachdruck können Sie Ihrem Sichtzeichen verleihen, wenn Sie sich leicht nach vorne beugen.

Machen Sie eine kleine Übung: Ihr Hund soll vor Ihnen sitzen. Nun gehen Sie rückwärts weg vom Hund, Ihre Hände winken den Hund heran, wie wenn Sie ihn mit einer unsichtbaren Leine mitziehen möchten. Ein Hund mit Bindung wird Ihnen nachgehen. Um die Lektion zu vertiefen, können Sie ihn gelegentlich mit einem Leckerchen in der Hand locken, der Hund soll Ihnen etwa zehn Meter nachgehen, dann erhält er seine Belohnung.

"Platz!" Wenden Sie für diesen Befehl die gleiche Methode wie für "Sitz!" an. Zunächst muß er aber das neue Wort lernen. Üben Sie mit ihm erst an einer Stelle, wo er sich gerne aufhält, beispielsweise in seinem Körbchen. Später können Sie die Übung dann auch woanders machen, indem Sie auf den Boden zeigen und den Befehl "Platz!" wiederholen. Loben Sie ihn immer wieder, wenn er Ihren Befehl gehorsam ausführt. Legt er sich auf den Rücken, gibt es kein Lob! Setzt er sich, so sollten Sie versuchen, mit der einen Hand auf seinen Rücken zu drücken (sanft!) und mit der anderen seine Vorderläufe nach vorne zu ziehen. Ist er dann in gewünschter Haltung, können Sie ihn wieder loben und ihm eine kleine Leckerei verabreichen.

Aufstehen: Nimmt Ihr Hund an einer Hundeausstellung teil, muß er auf die Aufforderung der Richter im Stehen vorgeführt werden. Ein Vierbeiner neigt jedoch immer dazu, sich hinzusetzen oder hinzulegen, wenn Sie mit ihm längere Zeit irgendwo stehenbleiben. Also muß er zum Stehen gebracht werden. Sobald er sitzt oder liegt, sollten Sie niemals kurz an der Leine ziehen oder ihm eine Leckerei vor die Nase halten und ihn dadurch zum Stehen ermuntern. Sie können auch einfach einen Schritt nach vorne tun; da er Ihnen natürlich folgen will, wird Ihr Hund sofort aufstehen.

"Bleib!" Aber nicht zu lange: Beherrscht er die Befehle "Sitz" und "Platz", muß er lernen, in einer bestimmten Position längere Zeit zu verharren. Das ist eine schwere Aufgabe, die dem Hund viel Selbstkontrolle abverlangt, aber dieses Kommando ist eines der wichtigsten zur Führung des Hundes. Befehlen Sie ihm erst "Sitz - Bleib!" oder "Platz - Bleib!" und bewegen Sie sich daraufhin langsam von ihm weg, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Gehorcht er, muß er gelobt werden; ein scharfes "Nein" ist notwendig, wenn er Ihnen folgen will. Nach zahlreichen Versuchen wird er verstehen, was Sie von ihm verlangen. Später können Sie nach diesem Befehl für einige Sekunden aus seinem Blickfeld verschwinden und diese Zeit nach und nach verlängern. Aber denken Sie daran, daß selbst der wohlerzogenste Hund nicht länger als eine Viertelstunde an einem Ort verharrt.

"Fang mich doch": Findet Ihr Hund Freßbares auf der Straße, spielt sich meistens folgendes ab: Der Mensch ruft "Aus" oder "Pfui", trampelt mit einem Fuß auf dem Boden, geht dabei einen Schritt nach vorne und klatscht vielleicht mit den Händen. Ein Hund, der Sie ernst nimmt, wird darauf vielleicht richtig reagieren und das Fressen nicht nehmen. Die meisten Hunde aber schnappen sich schnell das Futter, rennen hektisch und manchmal triumphierend davon und fressen ihre Beute. Der Mensch läuft hinterher und verliert rapide an Ansehen.

Üben Sie mit Ihrem Hund die Lektion, es ist meines und niemals deines! Befestigen Sie dazu einen Kauknochen oder ähnliches, was der Hund nicht sofort verschlucken kann, an einem Seil und binden Sie es an einen Baum. Stellen Sie sich etwa einen Meter daneben. Ihre Körperhaltung ist dominant. Sie wollen erfolgreich Ihr Futter verteidigen, also zeigen Sie Ihrem Hund, was Sie meinen. Stehen Sie aufrecht, machen Sie sich ein wenig groß und steif. Will der Hund an Ihre "Beute", dann sagen Sie ernst, ohne Lächeln, ohne Wut, ein tiefes "Nein". Ihr Hund wird sie verstehen. Will er das Futter dennoch nehmen, greifen Sie ihm kurz über die Schnauze.

Präparieren Sie in den nächsten Tagen den Weg mit Futter, das der Hund nicht sofort verschlingen kann und führen Sie ihn an einer 10-Meter-Leine und üben Sie mit ihm. Ist Ihr dominantes "Nein" erfolgreich, geht er also nicht zum Futter auf der Straße, dann werden Sie sofort weich, loben Sie ihn, rufen ihn zu sich und geben ihm aus Ihrer Hand eine Belohnung. Er soll nicht lernen, zu verzichten, denn sonst nimmt er die Beute frißt sie eben heimlich. Möchte er das Futter nehmen, sagen Sie ernst "Nein", ziehen Sie ihn freundlich, aber bestimmt mit der Leine vom Futter weg. Rufen Sie ihn zu sich und belohnen Sie ihn. Ihr Hund hat Ihnen dann allerdings mitgeteilt, daß er Ihr "Nein" nicht ernst nimmt. Ohne das Hilfsmittel Leine wären Sie chancenlos gewesen. Trainieren Sie weiter. Nicht das Verbieten, sondern Ihre Körperhaltung und Ihren Einfluß auf Ihren Hund.

Er muß überall gehorchen: Machen Sie die Übungen mit ihm sowohl im Haus als auch in anderen Umgebungen wie im Garten oder auf der Straße sowie im Beisein von anderen Hunden und Personen. Wenn Sie mit Ihrem Hund draußen üben wollen, dann lassen Sie ihn erst mal richtig austoben. Hinterher ist er zufrieden und kann sich besser konzentrieren. Je eher Ihr Hund lernt, sich zu konzentrieren und in den verschiedensten Situationen auf Sie zu hören, desto eher können Sie ihm vertrauen. Lassen Sie Ihren Hund aber auch Hund sein und fordern Sie ihn nur auf, Ihre Befehle auszuführen, wenn diese auch begründet sein (außer natürlich während der Erziehungsphase).

Intelligenz der Hunde

Intelligenz ist keine Frage der Rasse - wie einige behaupten -, sondern der jeweiligen Aufgabe, die den einzelnen Hunderassen einmal zugedacht wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Hunde für spezielle Aufgaben gezüchtet: jagen, Schlitten ziehen, Herden hüten, bewachen, kämpfen ... Die einen sind exzellente, eifrige und arbeitsame Vorstehhunde, andere Hunde sind außergewöhnliche Zirkusakrobaten oder verläßliche Hütehunde, und wieder andere stehen im Dienste der Menschen und sind zuversichtliche und vertrauenswürdige Rettungs-, Blinden-, Behinderten- oder Diensthunde. Alle diese Hunde besitzen hervorragende Qualitäten, die Zeichen ihrer Intelligenz sind. Als einer der begabtesten und lernfähigsten Hunde wird oft der Deutsche Schäferhund genannt, der schon nach wenigen Tagen Übung auf Befehle wie "Platz!" oder "Sitz!" hört und Gegenstände apportiert. Aber auch der Border Collie wird sehr oft als "Intelligent" bezeichnet, weil er sehr lernfähig und gehorsam ist.

Ein gut geschulter, begabter Hund kann mehr als 50 Wörter verstehen. Da aber für einen Hund Sprachlaute und Stimmlage als eine Einheit wahrgenommen werden, wird er die Bedeutung eines liebevollen Wortes nicht wiedererkennen, wenn es, anders als sonst, plötzlich in einem wütenden oder Bösen Tonfall ausgesprochen wird.

Viele Hundebesitzer sind der Meinung, daß ihr Hund alles was sie sagen, verstehen würde, dabei beobachtet der Hund sein Herrchen ganz genau und reagiert auf die Mimik, die Gesten und die Worte seines Besitzers. Wenn man den Hund und sein Herrchen in ein jeweils getrenntes Zimmer einschließen würde und die beiden sich nur hörbar verständigen könnten, könnte der Hund den Befehl seines Herrchens nur zögernd folgen, da der Hund die Mimik und die Gesten seines Besitzers nicht sieht, sondern nur den Befehl hört.

Auch ähnlich klingende Befehle kann er leicht verwechseln. Man kann also nicht sagen, daß der Hund die menschliche Sprache versteht; es ist eher so, daß er lernt (nicht zuletzt durch Belohnung), bestimmte Befehle mit bestimmten Übungen oder Leistungen zu verknüpfen, und daß er diese dann auf die jeweiligen Befehle hin ausführen darf.

Eine Komponente der Intelligenz ist das Abstraktionsvermögen, die Begriffsbildung. Selbst wenn man einige Verhaltensweisen des Hundes dahingehend interpretieren könnte, besitzt der Hund diese Fähigkeit gar nicht oder nur in sehr begrenztem Ausmaß. Er ist nicht in der Lage, in seinem Gehirn entstandene Bilder oder Zusammenhänge in strukturierte Äußerungen umzusetzen, etwa in eine Landschaftsbeschreibung oder einen wissenschaftlichen Vortrag. Die "Sprache" des Hundes ist eine Kombination aus Lauten, Mimik, Körpersprache und geruchlichen Signalen. Bellen, Winseln und Fiepen sind die wichtigsten hörbaren Äußerungsmöglichkeiten. Um die Bedeutung richtig zu verstehen, etwa ob ein Bellen eine Begrüßung oder eine Drohung darstellt, braucht der andere Hund und wir zusätzliche Informationen wie das Schwanzwedeln oder Zähnefletschen. Für die Kommunikation unter Hunden sind Signale geruchlicher Art von besonderer Bedeutung, denn sie dienen dem Austausch von Botschaften sozialer Art und geben
z. B. Auskunft über die Ranghöhe oder das Geschlecht eines Artgenossen.

Auch wenn man den Hund nicht vermenschlichen darf, so muß der Mensch doch zugeben, daß der Hund das wohl am stärksten an den Menschen gebundene Haustier ist. Der Grund liegt wohl darin, daß er ein gewisses Raum- und Zeitempfinden, eine instinktive Anpassungsfähigkeit und eine hohe Lernbereitschaft besitzt, d. h. über Fähigkeiten verfügt, die der Mensch sich nutzbar machen kann. Hunde können z. B. Befehlen gehorchen und diese auch selbständig ausführen. Sie besitzen auch ein gutes Gedächtnis und instinktive Reflexe: der Anblick des Futternapfes löst eine Vorfreude auf das Fressen aus, die Leine auf das Gassigehen - und der Hund zeigt uns seine Freude umgehend! Es sind wahrscheinlich diese Leistungen und die Reaktionen, die uns am Hund so faszinieren und die ihn zum besten Freund des Menschen machen.

Wenn man seinem Hund altes und unappetitliches Trockenfutter in seinem Futternapf vorsetzt, wird er dies als Zumutung empfinden; wenn es draußen in Strömen regnet, dann setzt er auch beim Anblick der Leine keine Pfote vor die Tür. Die "Denkleistungen" des Hundes sind stets mit konkreten Situationen verbunden; rausgehen, reinkommen, Tür öffnen, Wild jagen, über ein Hindernis springen, fressen, seinen Knochen in der Erde verbuddeln usw. Er kann aber nicht durch reines Nachdenken ein Problem lösen. Eine andere klassische Definition beschreibt die Intelligenz als "die Summe aller Fähigkeiten, die zur Erreichung bestimmter Ziele eingesetzt wird." So gesehen, ist der Hund durchaus intelligent, denn er setzt z. B. alles daran, um durch den Gebrauch seiner Pfoten an bestimmte Dinge zu kommen oder durch einen Satz an die Klinke eine Türe zu öffnen; viele Hunde wissen auch durchaus, wie man an einem Tischtuch oder einem Bindfaden zieht, um an das begehrte Objekt zu erlagen. Dieses Verhalten findet sich auch bei hochentwickelten Primaten wieder.

Leinenführigkeit

Als aller erstes braucht man das richtige Halsband. Kaufen Sie ein einfaches aber zweckmäßiges Halsband, das der Größe des Hundes angemessen ist. Gewöhnen Sie ihn daran, sobald er zwei Monate als ist. Legen Sie es so eng an, daß der Welpe es nicht abstreifen kann. Viele Hunde - besonders große - müssen immer noch mit einem Stachelhalsband durch die Gegend laufen. Sein Herrchen hat damit bewiesen, daß er von der Hundeerziehung nichts verstanden hat, denn auch einen großen Hund kann man ohne Zwang und Brutalität eines Stachelhalsbandes zur Leinenführigkeit erziehen.

Jeden Tag sind 20 bis 30 Minuten Übung notwendig, damit der Hund begreift, was Sie von ihm eigentlich wollen. Die Übungen dürfen aber nicht zu einer Machtprobe zwischen dem Hund und dem Halter ausarten. Leine und Halsband dürfen nur Werkzeuge zur Übermittlung sein, denn sie geben nur die Anweisungen weiter, die Herrchen oder Frauchen erteilen. Für den Hund ist die Straße oder die Wiese voller guter Gerüche, und er möchte am liebsten überall herumschnüffeln anstatt sich mit dem Besitzer abgeben zu müssen. Wenn Sie aber wollen, daß der Hund "bei Fuß" geht, dann müssen Sie eben interessanter sein als die Verlockungen. Gleich zu Beginn des Spaziergangs wird der Hund sehr unkonzentriert bei der Übung sein. Lassen Sie ihm deshalb eine halbe Stunde Zeit sich mit anderen Hunden auszutoben und sich zu entleeren, erst dann wird er Ihnen die Aufmerksamkeit schenken und sich besser fügen.

Hier ein paar Tips:

·         Wenn der Hund sich zu weit entfernt, ziehen Sie kurz mit der linken Hand und sagen bestimmt "Bei Fuß!" und lassen Sie die Leine dann sofort wieder locker hängen.

·         Wenn er versucht, Ihren Weg zu kreuzen, rucken Sie einmal kräftig an der kurz
gehaltenen Leine und sagen Sie mit gebieterischer Stimme noch einmal: "Bei Fuß!"

·         Wenn er nicht auf Ihre Befehle reagiert, ändern Sie ganz plötzlich die Richtung, auch auf die Gefahr hin, an ihm zu zerren. So merkt der Hund, daß Sie unberechenbar sind und der Hund Sie immer im Auge behalten muß um mit Ihnen Schritt zu halten.

·         Wenn er wieder brav neben Ihnen geht, belohnen Sie ihn mit sanften Worten und
Streicheln; nur so versteht er, daß er richtig gehandelt hat.

·         Wenn er einen Artgenossen beschnuppern will, lockern Sie die Leine. Lassen Sie ihn in aller Ruhe Bekanntschaft schließen.

Es ist sehr wichtig, die richtige Leine zu wählen, denn sie muß die von der Hand gegebenen Impulse weiterleiten. Am besten verwenden Sie eine Leine aus weichem Leder von 1 bis 1,20 Meter Länge. Längere Leinen sind gefährlich, zu kurze schränken die Bewegungsfreiheit des Hundes sehr ein. Leinen, die sich von selbst wieder aufrollen, geben Ihrem Hund einen größeren Aktionsradius.

Stubenreinheit

Direkt nach der Trennung von seiner Mutter und den Geschwistern, fühlt sich jeder Welpe verlassen und allein. Besonders zu dieser Zeit braucht er sehr viel Zuwendung. In dieser Phase muß er auch noch sein zukünftiges, noch unbekanntes Revier erkunden und sich an die fremden Gerüche und Menschen gewöhnen. Dazu braucht er etwas Zeit. Aber warten Sie nicht zu lange mit der Erziehung zur Stubenreinheit. Denn nach einigen Monaten beginnt der Welpe sich zu beherrschen. Natürlich passiert ab und zu ein Malheur. Aber er versucht es immerhin. Das Malheur sollten Sie aber nur wegwischen, wenn der Hund nicht dabei ist und es nicht sehen kann. Sonst könnte er glauben, daß Sie an seinen Geschäften sehr interessiert sind, und das wäre fatal. Wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen, so nehmen Sie seine Schnauze in Ihre Hand und halten Sie sie ein paar Momente fest. So erzieht die Hündin ihre Welpen auch. Die Annahme, daß man den Welpen am Nackenfell zur Strafe fest schütteln sollte, ist leider sehr weit verbreitet, jedoch vollkommen falsch!! Haben Sie jemals eine Hündin gesehen, die ihre Welpen am Fell hochzieht und schüttelt?! Sie nimmt die Schnauze des Welpen in ihren Mund und hält einige Sekunden fest. Wenn Sie sich ein paar Vidoes über das Verhalten der Wölfe ansehen, werden Sie feststellen, daß auch Wölfe ihre Jungen so erziehen. Daher versteht der Welpe das Schütteln nicht. Er weiß nur, daß es sehr unangenehm ist und unter Umständen auch wehtut.

Das wichtigste bei der Stubenreinheit ist die Routine. Der Welpe muß jeden Tag zur gleichen Zeit seine Geschäfte machen können. Am besten, Sie gehen nach dem Aufstehen, vor dem Zubettgehen, nach dem Essen und Trinken immer an die gleiche Stelle im Garten oder vor dem Haus. Am Anfang ist der Welpe vielleicht noch etwas widerspenstig, aber wenn Sie hartnäckig bleiben und ihn jedes Mal nach getaner Arbeit loben, wird er nicht mehr rückfällig werden. Aber passen Sie auf, nach dem Essen sollte sich der Welpe etwa 1 bis 2 Stunden körperlich nicht verausgaben müssen, sondern alles ruhig verdauen können. Erst dann können Sie mit ihm auf einen Spaziergang in den Garten oder vors Haus gehen.

Von Anfang an sollten Sie ihn an ein Wort wie "Gassi gehen?" oder "Spazieren?" gewöhnen. Sobald Sie die Leine aus dem Schrank holen sieht er, daß es wieder raus geht. In diesem Moment ist dieses Wort angebracht. Wiederholen Sie es öfters, damit sich der Hund das auch merken kann. Bald müssen Sie nur noch das Wort sagen und der Hund bringt die Leine von selber, wenn sie in seiner Reichweite hängt oder liegt.

Auch Zeitungspapier kann den Welpen schneller stubenrein machen (aber kein glänzendes - das ängstigt den Welpen). Legen Sie es in der Nähe seines Körbchens aus. Angezogen von seinem eigenen Duft, wird er immer wieder dorthin zurückkehren. Je größer der Hund wird, desto näher sollten Sie das Papier an die Haustür ziehen und damit zeigen, daß Spazierengehen Pipi machen heißt.

Bis zur vierten Lebenswoche des Welpen übernimmt die Mutter die Reinigung der Junge. Durch Belecken der Analgegend stimuliert sie die Urin- und Kotabgabe. Sobald die Welpen den Schließmuskel selbst kontrollieren können, hört sie nach und nach damit auf.

Vergiftete Köder

Im Grunde darf Ihr vierbeiniger Freund nur fressen, was Herrchen oder Frauchen ihm vorsetzt. Er solle auch lernen, Ihr Kommando abzuwarten, bevor er sich über die Leckerbissen hermacht. Und er muß unbedingt akzeptieren lernen, daß Sie ihm sein Futter u. U. auch wegnehmen dürfen.

Geregeltes Freßverhalten: Um zu erreichen, daß Bello appetitlichem Futter mißtraut, brauchen Sie schon eine Menge Geduld. Zunächst einmal sollten Sie geregeltes Freßverhalten trainieren. Gefüttert wird täglich zu bestimmten Zeiten, zulangen darf der Hund jedoch erst, wenn Herrchen oder Frauchen es erlaubt. Außerdem muß Ihr Hund lernen, daß Sie ihm seinen Napf und alles Freßbare wegnehmen dürfen. Das ist wichtig, damit Sie, wenn er irgendetwas, womöglich etwas Vergiftetes zu sich nehmen will, einschreiten können. Es gibt verschiedene Methoden, die alle dazu führen, daß Bello einen Köder zurückweist. Bitten Sie einen Freund, den der Hund nicht kennt, bei Ihnen dem schwierigen Unterfangen zu helfen.

Die besten Tricks: Die folgenden Vorschläge sind durchaus ernst gemeint, auch wenn sie scheinbar dem Scherzartikelbereich entstammen! Lassen Sie Bello z. B. völlig verwürztes Fleisch hinwerfen: Pfeffer, Paprika oder Senf sind ein Schock für seine Geschmacksnerven. Zwar stürzt er sich zunächst heißhungrig auf den vermeintlichen Leckerbissen, läßt aber genauso schnell davon ab - und hat seine Lektion gelernt... Des weiteren können Sie kleine Ballons aus Wurstdarm in den Köder einbauen, die zerplatzen, sobald der Hund draufbeißt. Um zu verhindern, daß er nicht alles frißt, was auf dem Boden liegt, stecken Sie ein Stück Fleisch in eine zugeklappte Mausefalle, die Sie wiederum an eine Konservendose binden. Bauen Sie nun um diese einen um aus anderen Konservendosen, der mit lautem Gepolter zusammenstürzt, sobald Bello an der Mausefalle zieh. Sie können Ihren Liebling auch von weitem mit Kieselsteinchen bewerfen, sobald er eine verbotene Leckerei beschnüffelt... Auf keinen Fall sollten Sie ihm - man glaubt es ja nicht, aber es ist schon vorgekommen - ein Stromleiterhalsband anlegen und ihn per Fernbedienung mit leichten Elektroschocks einschüchtern!

"Pfui!": Früher hieß es, man sollte das Fehlverhalten des Hundes nie durch Handbewegungen korrigieren, die Hand sei allein für Lob und Streicheleinheiten zuständig. Inzwischen ist diese Regel weitgehend überholt. Herrchen oder Frauchen äußert sein Mißfallen schließlich nicht nur in einer bestimmten Geste, sondern auch durch Mimik und seine gesamte Körperhaltung. Der Hund spürt genau, ob Sie wütend, überrascht oder zufrieden sind. Er hat einen sechsten Sinn und erkennt Ihre Stimmung außerdem am Tonfall. Benutzen Sie Ihre Hand aber nicht zum Schlagen: Gewalt und Brutalität bringen Sie auf keinen Fall weiter, werfen Sie wahrscheinlich zurück, denn Ihr vierbeiniger Schützling entwickelt Angst und Aggression. Lassen Sie den Unterricht stets nach einem bestimmten Muster ablaufen, und benutzen Sie immer die gleichen Befehle. Hat er "Pfui!" begriffen, haben Sie schon viel erreicht, sollten die Übungen aber dennoch regelmäßig wiederholen. Ein guter Rat zum Schluß: Füttern Sie Ihren Hund vor dem Unterricht. Ein satter Bauch studier in diesem Fall besser!

Wurmkur

Regelmäßiges Entwurmen muß sein! Zwar können prinzipiell alle Organe des Hundes von Würmern befallen werden, besonders gern aber siedeln sich die lästigen Quälgeister im Verdauungssystem an.

Die Gefahren: Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Würmern (Helminthen): Plattwürmer (Platthelminthen) und Faden- oder Rundwürmer (Nematoden). Die Bandwürmer (Zestoden) gehören zu den Plattwürmern und bestehen aus einer Kette von Gliedern, die bis zu 7! Meter reichen kann. Jedes einzelne reife Glied, das abgestoßen wird und mit den Ausscheidungen des Wirts den Körper verläßt, enthält unzählige Eier. Zu den häufigsten Fadenwürmern zählen Spulwurm und Hakenwurm. Fadenwürmer sind zylindrische, spitz zulaufende Tiere, deren Eier ebenfalls mit den Fäkalien des Hundes ausgeschieden werden. Die wichtigsten Symptome des Wurmbefalls sind Abmagerung, Blutarmut, Durchfall oder Verstopfung, Darmdurchbruch, Magenschleimhautentzündung, nervöse Erscheinungen und Lungenentzündung. Bei trächtigen Hündinnen ist ein Übertritt der Spulwurmlarven auf die Embryos möglich und Welpen können an den Zitzen klebende Wurmeier aufnehmen. Deshalb ist es nötig, tragende Hündinnen zu entwurmen. Spulwürmer in größerer Menge können einen Darmverschluß verursachen und besonders für junge Hunde tödlich sein, da sie gefährliche Toxine ausscheiden.

Die Übertragung: Die Übertragung erfolgt - je nach Art des Wurms - durch Verschlucken der Eier, durch in die Haut eindringende oder durch den Mund aufgenommene, bzw. eingeatmete Larven und durch Mückenstiche. Der befallene Hund scheidet die Eier "seines" Parasiten aus. Diese Eier sind sehr resistent und können im boden einige Jahre überleben, bis sie schließlich wieder von einem anderen Wirt aufgenommen werden.

Was kann man tun? Der Handel hält mittlerweile zahlreiche Wurmmittel bereit. Zestodizide bekämpfen die Bandwürmer und sorgen zuverlässig für eine vollständige Entwurmung. Gegen die unterschiedlichen Fadenwürmer gibt es Nematozide, die erfolgreich eingesetzt werden. Zudem existieren Medikamente, die Band- und Fadenwürmer gleichzeitig bekämpfen. Mittlerweile sind die Wurmmittel s gut verträglich, daß eine prophylaktische Anwendung empfohlen wird.

Wie kann der Mensch betroffen sein? Gelangen Wurmlarven in den Körper des Menschen und beginnen dort, in der Haut oder im Gewebe zu wandern, kommt es zu Infektionen, die in der Medizin mit dem Sammelnamen Larva migrans bezeichnet werden. von manchen Bandwurmarten wird der Mensch insbesondere durch den Genuß von rohem, finnigem Rind-, Schaf- oder Schweinefleisch befallen. Die Infektion äußert sich durch Leibschmerzen, gesteigerten Appetit, Gewichtsverlust, Schwäche oder Gehirnentzündung. Die sehr widerstandsfähigen Eier des Spulwurms werden durch Fliegen von Kot auf Lebensmittel übertragen oder gelangen durch mit Gartenerde verschmutzte Hände, verunreinigtes Trinkwasser oder Gemüse usw. in den menschlichen Körper. Da Hunde häufig Träger dieser Parasiten sind, läuft man durch engen Kontakt mit Hunden natürlich auch eher Gefahr, sich zu infizieren. Kinder sind im allgemeinen besonders gefährdet, wenn sie in einem Sandkasten spielen, in dem zuvor ein Hund sein Geschäft abgelegt hat, da die Wurmeier mit dem Kot ausgeschieden werden. Es hat daher durchaus seine Berechtigung, daß Hunde von öffentlichen Grünanlagen fernzuhalten sind. Dennoch sollte man das Thema der Wurmübertragung nicht dramatisieren. Wichtig ist, daß man seinen Hund entsprechend behandelt bzw. prophylaktisch entwurm.

Arten der Würmer:

Bandwürmer (Zestoden):

Deutscher Name

Lateinischer Name

Befallene Region

 

Gurkenkernbandwurm

(Dipylidium caninum)

Dünndarm

Hundebandwurm

(Echinococcus)

Dünndarm

Taenia

 

Dünndarm

Fadenwürmer (Nematoden):

Deutscher Name

Lateinischer Name

Befallene Region

 

Spulwurm

(Ascaris)

Dünndarm

Hakenwurm

(Ancylostoma)

Dünndarm

Darmälchen

( Strongyloides)

Dünndarm

 

 

 

Peitschenwurm

(Trichuris vulpis)

Blinddarm

 

 

 

Zecken

Zecken sind eigentlich nichts anderes als Milben, deren "beste Zeit" vor allem bei milder, feuchter Witterung (also im Frühling und Herbst) ist.

 

Zerstörung der roten Blutkörperchen: Die Zecken, die vor allem in Wäldern und Wiesen in großer Zahl vorkommen, lassen sich auf das Tier fallen und suchen sich dann einen sicheren Platz in seinem Fell. Dort klammern sie sich fest und saugen so lange Blut aus ihrem Opfer, bis sie abfallen - das kann bis zu zehn Tage dauern. Wenn die Zecke den Hund in empfindliche Körperbereiche beißt (an der Abdomenfalte, an den Ohren und zwischen den Zehen ist die Haut besonders fein), überträgt sie dabei einen Einzeller, den sog. Babesia canis. Dieser Einzeller ist so gefährlich, da er die roten Blutkörperchen angreift und sie nach und nach zerstört.

 

Zecken - Meister der Fortpflanzung: Jedes Zeckenweibchen legt 3000 bis 5000 Eier! Nach der Brutzeit werden daraus Larven, die sich nur auf einem Zwischenwirt, in diesem Fall dem Hund, weiterentwickeln können. Nachdem sie eine gewisse Größe erreicht haben, kommt es zu einem "blutigen Zechgelage", das zwischen drei und sechs Tagen dauert. Danach fällt die gesättigte Larve vom Hund ab und verwandelt sich in eine Puppe. Damit die Puppe auswachsen kann, braucht sie einen weiteren Zwischenwirt, meistens ein Nagetier oder einen Hund. Die ausgewachsene Zecke macht sich jetzt auf die Suche nach einem dritten Wirt, und auch diesmal handelt es sich wieder um einen Hund. Ist dieser gefunden, saugt sie sich bis zu zehn Tage mit dessen Blut voll, um sich dann noch an Ort und Stelle zu paaren. Schließlich sucht sich das Zeckenweibchen einen Platz zum Eierlegen.

Die Krankheit: Die Piroplasmose entwickelt sich schnell. Ihre typischen Symptome sind:

Diese Symptome entsprechen denen einer starken Anämie, zu denen noch Blutgerinnungsstörungen - das Zeichen für eine unzureichende Leberfunktion - und Nierenprobleme hinzukommen. Der Hund ist sehr matt und muß unbedingt in den darauffolgenden zwei oder drei Tagen vom Tierarzt gegen die Piroplasmose behandelt werden.

Zecken entfernen: Sie benötigen eine Pinzette. Wenn die Zecke sich vollsaugt, sind die Körperteile, mit denen sie die Haut durchbohrt hat (die also im Hund stecken), an ihrem Wirt "festgeschweißt". Fassen Sie die Zecke dazu mit der Pinzette / Zeckenentferner an der Wurzel, und drehen sie die Zwecke vorsichtig gegen die Uhrzeigerrichtung heraus.